Damit Teich und Pool nicht lebensgefährlich werden

Ertrinken ist die zweithäufigste Todesursache von Kleinkindern. Einfache Sicherheitsmaßnahmen wie Zäune bei Pool und Teich schützen.

Wien (OTS) - Zwischen 2003 und 2007 ertranken in Österreich insgesamt 28 Kinder unter fünf Jahren. Ertrinken ist damit bei Kleinkindern die zweithäufigste Todesursache nach Unfällen im Straßenverkehr mit 37 Getöteten im selben Zeitraum und Alter. Viel zu oft passieren derart tragische Unfälle im eigenen Gartenteich oder Swimmingpool. Ins Wasser gefallene Blätter, schwimmende Fische oder das sich reflektierende Licht üben vor allem auf Kinder im Kindergartenalter große Anziehungskraft aus. "Kinder sind von Natur aus neugierig. Die Gefahr, die eine offene Wasserfläche für sie bergen kann, können die Kleinen aber noch nicht einschätzen. Schon das Hinbeugen zu einem entdeckten Frosch oder der Versuch, einen Ball aus dem Wasser zu fischen, kann bei geringer Wassertiefe lebensgefährlich werden", warnt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Beste Sicherung von Teich und Pool ist ein Zaun

Im Unterschied zu Erwachsenen und älteren Kindern gehen Kleinkinder unter, ohne um sich zu schlagen. "Kinder unter fünf Jahren können ihren Kopf aufgrund der noch ungeübten Muskulatur und ihrer Körperproportionen nicht eigenständig aus dem Wasser ziehen. Sie verfallen in eine Art Starre mit Atemsperre und können sich so nicht selbst retten oder auf sich aufmerksam machen", erklärt Dunzendorfer. Einfache Sicherheitsmaßnahmen bei Pools und Biotopen im eigenen Garten reduzieren die Gefahr, dass Kleinkinder darin verunglücken, deutlich. "Am sichersten ist eine Umzäunung des Teichs oder Pools. Eine Mindesthöhe von einem Meter und eine Tür, die von Kindern nicht geöffnet werden kann, sind dabei unabdingbar. Nur so ist sichergestellt, dass Kleinkinder nicht zum Wasser gelangen", sagt Dunzendorfer. Für kleinere Wasserflächen wie Weiher, Brunnen oder Zierbiotope eignen sich Gitterkonstruktionen unter der Wasseroberfläche. Kinder, die ins Wasser fallen, werden dann zwar nass, gehen aber nicht unter. Das Gitter muss einwandfrei montiert sein und darf sich bei Belastung nicht durchbiegen.

Pool-Alarm nicht die beste Schutzmaßnahme

Manche Pool-Besitzer greifen zu sogenannten Pool-Alarmen oder Pool-Wächtern. Diese Geräte werden ins Wasser gelegt und schwimmen an der Wasseroberfläche. Bei Wellengang, wenn beispielsweise ein Kind ins Wasser fällt, wird ein Kontakt ausgelöst, das Gerät schlägt Alarm. "Problematisch bei diesen Gräten ist, dass sich das Kind bereits im Wasser befindet, wenn der Alarm anschlägt. Das Gerät muss funktionieren und man muss den Alarm hören - bis man dem Kind zur Hilfe eilt, vergeht wertvolle Zeit. Denn bei Ertrinkungsunfällen zählt jede Sekunde, je länger man braucht, desto größer ist die Gefahr, dass das Kind bereits ertrunken ist oder bleibende Schäden davongetragen hat", gibt Dunzendorfer zu bedenken.

KfV appelliert an Besitzer, Pools und Teiche zu sichern

Wer sein Biotop oder Swimmingpool ausreichend sichert, kann durch die genannten, einfachen Maßnahmen Schlimmes verhindern. "Auch, wenn man selbst keine Kinder hat, kann es sein, dass Besucher- oder Nachbarskinder ins Wasser fallen. Wir appellieren daher an alle Besitzer von Teichen oder Pools, diese auch kindersicher zu gestalten", schließt Dunzendorfer.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
www.kfv.at

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