Seeber: Klare EU-Regeln für Gentech-Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel

Internetkampagne verunsichert die Menschen - Seeber bietet Aufklärung

Brüssel, 29. Mai 2009 (OTS-PD) Viele Menschen in Österreich sind verunsichert über Bestimmungen zu Nahrungsergänzungsmitteln und die Kennzeichnungspflichten für 'Gentech-Nahrung'. Der Umwelt- und Gesundheitssprecher des ÖVP-Europaklubs, Dr. Richard Seeber, nimmt die zahlreichen Schreiben zum Anlass, auf die Sorgen der Menschen im Detail einzugehen: "Die vor allem im Internet verbreiteten Meldungen über Nahrungsergänzungsmittel und Gentechnik tragen eine britische Internetkampagne weiter und geben etliche wichtige Fakten verzerrt wieder. Das trägt zu Verunsicherung und Falschinformation bei", so Seeber. "Hier wird zwischen den weltweiten Codex Alimentarius Empfehlungen und der EU-Gesetzgebung kein Unterschied gemacht. Sowohl der weltweit angewandte Codex Alimentarius als auch die strenge Gesetzgebung der EU treffen aber zahlreiche Vorkehrungen, damit unsere Lebensmittel auch weiterhin sicher und gesund sind." ****

"Biologische Nahrung muss ab 2009 bestrahlt werden"

Der Codex Alimentarius enthält keinesfalls eine Verpflichtung Nahrungsmittel aus biologischer Herkunft zu bestrahlen. Zusätzlich dazu bestehen eine EU-Richtlinie sowie eine Durchführungsrichtlinie zur Lebensmittelbestrahlung. In Österreich dürfen nur getrocknete aromatische Kräuter zur Konservierung bestrahlt werden. "Wenn bestrahlt wird, müssen solche Erzeugnisse auch ganz klar gekennzeichnet sein", informiert Seeber.

"Gentech-Food ist nicht kennzeichnungspflichtig"

Die Europäische Union hat ganz klare Regelungen zu genetisch veränderten Organismen (GVO) im Lebensmittelbereich erlassen. Das gilt sowohl für 'normale' als auch für 'biologische' Lebensmittel gleichermaßen. Die Verordnung EG 1829/2003 über die Zulassung genetisch veränderter Lebensmittel und Futtermittel sieht eine eindeutige und äußerst strenge Kennzeichnung vor. Waren früher lediglich Lebensmittel mit GVO-Spuren in der DNS zu kennzeichnen, muss die heutige Verordnung (die in allen EU-Mitgliedstaaten ohne Ausnahme gilt) für alle Derivate von GVO angewendet werden, auch wenn sie keine nachweisbaren Spuren genetisch veränderter DNS oder Proteine enthalten.

"Beinahe alle homöopathischen Mittel müssen vom Markt genommen werden. Beinahe alle Heilkräuter werden verboten. Die meisten alternativen Heilweisen und Heilverfahren werden verboten"

"Die Darstellung, dass die meisten Heilverfahren und gebräuchlichen Präparate verboten werden, entspricht nicht den Tatsachen", so Seeber. Die Europäische Union hat eine eigene Regelung zu Nahrungsergänzungsmitteln beschlossen. In der Richtlinie 2002/46/EG werden Bestimmungen für Vitamin- und/oder Mineralstoffpräparate festgelegt. In einer Positivliste werden erlaubte Vitamin- und Mineralstoffquellen erfasst. Das immer wieder genannte Datum 31. 12. 2009 bezeichnet den Ablauf der Übergangsfrist, in der in den Mitgliedstaaten andere gebräuchliche Vitamin- und Mineralstoffpräparate als Nahrungsergänzungen verwendet werden dürfen. Die Nahrungsmittelergänzungsbestimmungen gelten jedoch ausdrücklich nicht für Arzneimittel. Alle anderen Produkte, die nicht Vitamine- und Mineralstoffe als Nahrungsergänzungsmittel darstellen, werden ebenfalls in keiner Weise von dieser Richtlinie berührt.

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