Mediamarkt-Spot: ÖHV fordert Stopp der Urlaubs-Miesmache

ÖHV ruft Werberat an

Wien (TP/OTS) - Nicht nachvollziehbar ist der aktuelle Werbespot
von Mediamarkt für Österreichs Tourismusunternehmer und ihre Gäste. Die ÖHV fordert einen sofortigen Stopp der Kampagne.

"Die Gratwanderung zwischen aggressiv-witziger Werbung und der Diffamierung einer ganzen Branche ist den Mediamarkt-Werbern gründlich misslungen", erklärt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Die aktuelle Werbelinie solle offensichtlich Österreicher, die sich auf ihren wohlverdienten Urlaub freuen, zum Kauf von Küchengeräten bewegen. "Doch Mediamarkt bringt mit dem Spot nicht nur die Tourismusunternehmer und deren Mitarbeiter gegen sich auf, sondern wohl auch alle Österreicher, die sich ihren Urlaub nicht vermiesen lassen wollen."

ÖHV-Beschwerde beim Werberat

Zahlreiche Hoteliers hätten sich bereits bei der ÖHV gemeldet und einen "Stopp dieses Unsinns" gefordert: "Manche wollen bei den Ketten dieses Konzerns gar nicht mehr einkaufen." Unverständlich ist für Reisenzahn, dass die Mediamarkt-Lieferanten dem Treiben keinen Einhalt gebieten: "Würde meine Marke in einem solchen Spot genannt, würde ich die Notbremse ziehen." Die ÖHV hat im Namen ihrer Mitglieder jedenfalls eine Beschwerde beim Werberat eingereicht:
"Werbung auf Kosten eines anderen Konzernmitglieds sind wir ja schon gewohnt, Pauschalbeleidigungen von Konsumenten als Blödmann ebenfalls. Das geht jetzt aber einen Schritt zu weit."

Urlaubs-Boykott ist volkswirtschaftlicher Unsinn

Ein Grund für die Vorgangsweise könnte das geänderte Ausgabeverhalten der Österreicher sein: Das Institut für Freizeit-und Tourismusforschung erhob heuer, dass 42 % der Österreicher bei den Ausgaben für Unterhaltungselektronik sparen wollen - dem Kernbereich der Mediamarkt-Kette. Nach kräftigen Umsatzrückgängen im ersten Quartal im Einzelhandel - laut KMU Forschung Austria mit 4,1 % die höchsten seit sechs Jahren - soll nun offensichtlich Kaufkraft aus anderen Branchen abgezogen werden. Laut Reisenzahn sei die Vorgangsweise volkswirtschaftlich kontraproduktiv: "Ein Mitarbeiter im Tourismus schafft zwei Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft -lauter potentielle Kunden der Mediamarkt-Lieferanten. Ohne Einnahmen in den Betrieben werden sich fast 200.000 Mitarbeiter im Tourismus aber nur schwer einen neuen Kühlschrank leisten können."

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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