Sozialministerium erarbeitet mit MedienexpertInnen neue "Alter(n)sbilder in den Medien"

Wien (BMASK) - Die Darstellung von älteren Menschen in den Medien stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Sozialministeriums für MedienexpertInnen. Im Rahmen von Workshops wurden die Strategien und Instrumente für eine nachhaltige Umsetzung von zeitgerechten "Alter(n)sbilder in den Medien" erarbeitet. Denn mediale Altersbilder tendieren heute leider immer noch zu einseitigen und auch diskriminierenden Darstellungen: Ältere Menschen finden sich entweder als defizitär, krank und pflegebedürftig repräsentiert oder werden als jung und schön gebliebene Alte dargestellt. Dass beide Bilder viele Aspekte des Alterns, vor allem die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Menschen zwischen 55 und 100 Lebensjahren ausblenden, zeigt auch eine vom Sozialministerium beauftragte Analyse zur Darstellung alter Menschen und des Alterns in den Medien, die am 28.Mai präsentiert wurde.

"Gerne Lange Leben" - die Rolle der Medien

MedienexpertInnen und WissenschafterInnen arbeiteten äußerst engagiert gemeinsam an möglichen Strategien für einen Paradigmenwechsel in der Berichterstattung vom Altern zum "Gerne Lange Leben". Wie sehr jede und jeder der Anwesenden von Verallgemeinerungen und alterdiskriminierenden "Wording" betroffen ist, zeigte sich in den sehr emotional geführten Diskussionen. Einig waren sich die TeilnehmerInnen, dass sich die heranwachsende 68er-Generation eigenständig in diesen Wandlungsprozess einbringen und diesen mitgestalten wird.

Unter anderem wurde ein Pool von Good Practice-Beispielen sowie ein einfach zugänglicher Datenpool gefordert, um Recherchen für JournalistInnen zu unterstützen und zu erleichtern. Eine der Legenden: Während in der Berichterstattung alt sein oft mit Pflegebedürftigkeit gleichgesetzt wird, liegt der Anteil der pflegebedürftigen Menschen ab Pflegestufe 3 bei den über 60-Jährigen tatsächlich bei rund 8 Prozent.

Mainstreaming Ageing - Auftrag an alle Politikbereiche und die Medien

Es gilt, die mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen und Chancen aktiv anzugehen. Für die Sozialpolitik bedeutet das, neben den Themen der existenziellen Sicherung im Alter, einer adäquaten Pflegevorsorge, einer generationengerechten Gestaltung der Arbeitswelt sowie der verstärkten - auch medialen -Teilhabe der älteren Menschen den Bewusstseinswandel durch die und mit den Medien zu fördern.

Mainstreaming Ageing bedeutet Politik für alle Lebensalter. Das Alter ist eine Lebensphase, die alle erreichen möchten, daher richtet sich Politik für ältere Menschen auf den gesamten Lebenslauf. Denken wir vom Alter her, geht es um Veränderungen von Jugend an: Werden die Bildungsprozesse nicht optimiert, rächt sich das ein Leben lang, bis ins hohe Alter. Kümmern wir uns nicht um die Optimierung des Humanvermögens und damit der Produktivität, so fehlen die Ressourcen zur Finanzierung von Gesundheitsleistungen und Renten im Alter. Verbessert man die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, erhöht sich die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt und damit die Produktivität, die wiederum wichtige Ressourcen für das Alter zur Verfügung stellt.

Bewusstseinswandel braucht Nachhaltiges Engagement

Die Europäische Union plant, das Jahr 2012 zum Europäischen Jahr des Aktiven Alterns und der Generationensolidarität auszurufen. Zugleich begehen wir 2012 das 10-Jahres-Jubiläum des Madrider Internationalen Aktionsplanes zum Altern (2002). Dieser weist den Medien eine Schlüsselrolle und Leitfunktion im Bewusstseinswandel über den Stellenwert der älteren Menschen in der Gesellschaft zu. Eine breite Plattform soll dazu Maßnahmen erarbeiten, um eine nachhaltige positive Besetzung des Themas "Gerne Lange Leben" zu erreichen. (Schluss)

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Mag. Norbert Schnurrer
Pressesprecher des Sozialministers
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