vida kritisiert geplante steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung

Steinkellner: "Modell erfüllt weder Qualitätskriterien, noch ist es sozial gerecht"

Wien (vida/ÖGB) - Kritik an der geplanten steuerlichen Absetzbarkeit der Kinderbetreuung, deren Details nächste Woche von der Regierung weiterverhandelt werden, kommt von der Gewerkschaft vida. "Nach einem Crash-Kurs von acht Stunden kann man keine qualifizierte Betreuung anbieten. Das ist eine Alibi-Aktion", sagt der stellvertretende vida-Vorsitzende Willibald Steinkellner. Dazu komme, dass von der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten nur Gut-und Besserverdienende profitieren. "Das ist eine Umverteilung in die falsche Richtung", so Steinkellner weiter.++++

Laut dem Entwurf der Richtlinien für die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten sollen bis zu 2.300 Euro pro Jahr und Kind bis zum zehnten Lebensjahr als außergewöhnliche Belastung im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden können. Absetzen kann die Betreuungskosten nur, wer Lohn- oder Einkommenssteuer zahlt. Je höher die Steuerklasse, desto mehr kann abgesetzt werden. "Die Alleinerzieherin mit Mini-Einkommen muss die Babysitterkosten dagegen weiter zu hundert Prozent selbst finanzieren. Soziale Gerechtigkeit sieht anders aus", sagt Steinkellner.

"Kinder sind zu wichtig, als dass wir uns mit einer Acht-Stunden-Schmalspurausbildung zufrieden geben sollten", übt vida-Bundesfachgruppensekretärin Michaela Guglberger Kritik am Umfang der geplanten Ausbildung. Sie ist in der Gewerkschaft vida zuständig für die KindergartenhelferInnen. Um die Qualität in den Kindergärten und Horten zu sichern, setzt sich die Gewerkschaft für eine bundesweit einheitliche und umfassende Schulung der KindergartenhelferInnen ein; obwohl die HelferInnen nicht eigenverantwortlich arbeiten, sondern den KindergartenpädagogInnen helfend zur Seite stehen. "Und nun soll bei Personen, die eigenverantwortlich Kinder betreuen, schon ein Acht-Stunden-Kurs ausreichen. Das ist bestenfalls für die Organisationen, die derartige Kurse anbieten, ein Geschäft, aber was die Qualitätssicherung der Betreuung anbelangt, eine reine Alibiaktion", so die Gewerkschafterin abschließend.

ÖGB, 29. Mai 2009 Nr. 334

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