"Geteert und gefedert"

Raffinerie-Altlast bedroht Wiener Tierschutzhaus

Wien (OTS) - Seit einem Jahr ist der neue Vorstand des Wiener Tierschutzvereins (WTV) im Amt. Unter der Führung von Präsidentin Dr. Madeleine Petrovic konnten viele notwendige Erneuerungen durchgeführt werden; und auch die finanzielle Situation ist nun stabil. Dennoch steht die Zukunft des 163 Jahre alten Traditionsvereins auf des Messers Schneide. Die Raffinerie-Altlast unter dem Areal des vereinseigenen Wiener Tierschutzhauses entwickelt sich zu einem finanziellen Fass ohne Boden. Der Wiener Tierschutzverein sucht nach einer neuen Bleibe, was ohne Mithilfe der Stadt Wien nicht erfolgreich sein wird.

Dazu WTV-Präsidentin Dr. Madeleine Petrovic: Das Wiener Tierschutzhaus steht auf Giftstoff belastetem Untergrund. Jahrzehnte lang sickerte der Sondermüll einer Ölraffinerie in den Boden. Diese Altlast bereitet uns heute immense Sorgen: Chemikalien zerfressen Stützpfeiler, Mauern senken sich, Risse durchziehen die Wände, Rohre bersten, und im Sommer quillt Teer aus dem Erdreich. Wir fühlen uns durch diese unverschuldete Misere geteert und gefedert. Für uns ist es nun gewiss: wir brauchen einen neuen Standort, eine Sanierung des kontaminierten Bodens rechnet sich nicht."

Petrovic weiter: "Ohne den Wiener Tierschutzverein wird die Stadt Wien keine so kostengünstige Möglichkeit finden, 1.500 Tiere unterzubringen und entsprechend professionell zu betreuen. Wenn uns wirtschaftlich sinnvolle Lösungsvarianten angetragen werden, stehen wir der Stadt als verlässlicher Partner weiter gerne zur Verfügung."

Mag. Elisabeth Thomas, Geschäftsführerin der Wiener Tierschutzhaus Betriebsgesellschaft: "Im letzten Jahr hat sich einiges im Wiener Tierschutzhaus getan. Wir haben eine vereinseigene Hundeschule eröffnet, gehen schrittweise zur Gruppenhaltung von Hunden über, etablieren nach modernen verhaltenstherapeutischen Methoden Hundespielgruppen sowie tiergerechte Beschäftigungsmöglichkeiten für Katzen und Kleintiere und sind dabei, eine EDV-gestützte Tiervermittlung umzusetzen. Außerdem haben wir ein neues Rettungsauto für unsere 24 Stunden im Dienst befindliche Tierrettung angeschafft. Das Wiener Tierschutzhaus ist durchaus bereit, auch weiterhin Eigeninitiativen zu setzen und Verantwortung zu übernehmen. Eine Millionen schwere Altlastsanierung steht allerdings nicht im Rahmen unserer Möglichkeiten."

Mag. Kerstin Gelbmann, Finanzreferentin des Wiener Tierschutzvereins: "Die finanzielle Situation des WTV ist nicht rosig, aber stabil. Unser jährliches Budget liegt bei 4,7 Mio. Euro. Fast 94% unserer Gesamtausgaben fließen in den aktiven Tierschutz. Die Verwaltungskosten im Wiener Tierschutzhaus sind minimal. Würden wir allerdings an eine nachhaltige Sanierung unseres durch Regenwasser arg in Mitleidenschaft gezogenen Kollektorgangs oder an eine Renovierung des teilweise stark mit Schimmelpilz befallenen Katzenhauses denken, würde dies Millionen verschlingen, die wir nicht haben. Wir brauchen also dringend einen Schadstoff unbelasteten neuen Standort. Da setzen wir sehr auf die Kooperation mit der Stadt Wien."

Auf Wunsch kann eine 8:26 min lange DVD zur Altstoffbelastung des Wiener Tierschutzhauses angefordert werden.

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