Neues Volksblatt: "Wahrheit" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 26. Mai 2009

Linz (OTS) - Es ist die Zeit der Polit-Rabauken. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geht mit dem Kreuz auf Stimmenfang, BZÖ-Kandidat Ewald Stadler geht als Volksanwalt hausieren, obwohl er schon lang keiner mehr ist, und in Oberösterreich erfindet die SPÖ, weil sie den Wählern sonst nicht viel vorzuzeigen hat, eine Zusperrliste für die Spitäler, um publikumswirksam dagegen wettern zu können. Da spielt es auch keine Rolle, dass Landeshauptmann Josef Pühringer eine detaillierte Aufstellung über bereits erfolgte und künftige Investitionen im Ausmaß von 1,8 Milliarden Euro vorlegt -die Wahrheit ist das Eine, der erhoffte Nutzen im Wahlkampf das Andere.
Soll ich bei der Wahrheit bleiben? ist heutzutage in manchen politischen Kreisen gar nicht mehr die Frage. Die Frage ist vielmehr:
Wie weit muss ich mich von der Wahrheit entfernen, um den größten (partei)politischen Nutzen zu haben?
Müssen wir uns darauf einstellen, dass die Unwahrheit zum normalen politischen Handwerkszeug wird? Legt die ÖVP jetzt eine Liste mit Sozialleistungen vor, die von der Abschaffung durch die SPÖ bedroht sind, oder eine Liste von Nebenbahnen, die der SPÖ-Verkehrsreferent Erich Haider einstellen will?
Nein, sagt OÖVP-Obmann Pühringer, nicht auf diesem Niveau!

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