E-Wirtschaft fordert Regulator zum Überdenken von Belastungen auf

Österreichische Pumpspeicher gegenüber deutschen Anlagen benachteiligt

Wien (OTS) - "Fördern statt Absahnen" müsse angesichts der kommenden Herausforderungen die Devise der Strommarktregulierung in Österreich werden, fordert der Präsident des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Verbund-Vorstandssprecher Wolfgang Anzengruber. Konkret fordert die E-Wirtschaft ein Überdenken und die Rücknahme der Belastungen und Wettbewerbsverzerrungen durch die Systemnutzungstarif-Verordnung (SNT-VO 09), mit der die österreichische Stromproduktion zu Jahresbeginn schlagartig mit neuen Abgaben von mehr als 60 Mio. Euro belastet wurde.

Wie falsch der österreichische Weg der durch nichts zu rechtfertigenden Belastung und Behinderung der nachhaltigen Stromerzeugung ist, zeige sich erneut anhand des deutschen Energieleitungsbaugesetzes, so Anzengruber. In Zukunft explizit gefördert werden in Deutschland neue Pumpspeicherkraftwerke, die als einzige Technologie in der Lage sind, die hohen Strommengen aus Windenergie aufzunehmen. Anzengruber: "Während bei uns die Pumpspeicherkraftwerke, die unerlässlich für die Versorgungssicherheit sind, mit neuen Gebühren doppelt belastet sind, werden neue Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland für ein Jahrzehnt von allen Netzentgelten befreit." Mit diesen Mehrkosten verbaue man sich in Österreich wichtige Chancen für die Errichtung einer nachhaltigeren Stromversorgung der Zukunft, so Anzengruber.

Pumpspeicherung ist Schlüsseltechnologie für mehr Nachhaltigkeit

"Der Ausbau der Wasserkraft und der Pumpspeicherung ist die Schlüsseltechnologie für eine Stromversorgung, die in zunehmendem Ausmaß auf nachhaltige Energiequellen setzt, die aber nicht unbedingt dann zu Verfügung stehen, wenn der Strom gebraucht wird", so Anzengruber. Die E-Wirtschaft erbringt mit ihren Investitionsplänen im Rahmen des Masterplans Wasserkraft und des Energiepakets in Rot-weiß-rot von insgesamt mehr als 15 Milliarden Euro wesentliche Vorleistungen für das Energiesystem der Zukunft und zur Belebung der Inlandskonjunktur, ohne dass dazu Förderungen nötig sind. Anzengruber: "Im Gegenzug führen die neuen Belastungen jetzt dazu, dass manche bereits bestehende Anlagen in die roten Zahlen rutschen könnten und neue Anlagen, deren Wirtschaftlichkeit nur knapp gesichert ist, nicht gebaut werden können. In Summe verliert die E-Wirtschaft damit Investitionsmittel, die dringend zur Erfüllung der Ziele des Klimapakets benötigt werden."

Massive Wettbewerbsverzerrung gegenüber Importen

Die mit Jahresbeginn eingeführte zusätzliche Belastung der inländischen Stromerzeugung stellt aus Sicht der E-Wirtschaft eine massive Wettbewerbsverzerrung heimischer Erzeuger gegenüber ausländischen Stromimporteuren dar, die jetzt weiter verschärft wird. Anzengruber: "Eine Steigerung der Stromimporte ist damit die logische Folge - zum Nachteil der Interessen Österreichs und seiner Stromkonsumenten und auch der Umwelt."

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