SPÖ-Frauen-Aktionstag zur EU-Wahl: "Frauen werden die Wahl entscheiden und sie entscheiden, wohin die EU geht"

Regner - "Weg von prekären Arbeitsverhältnissen"

Wien (SK) - "Frauen stellen die Mehrheit der Bevölkerung. Sie werden die EU-Wahl entscheiden und sie entscheiden, in welche Richtung sich Europa entwickeln wird", betonte SPÖ-Frauenvorsitzende, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Montag vor der Wiener Freyung beim Aktionstag der SPÖ-Frauen zur EU-Wahl. Neben Barbara Prammer engagierten sich auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer und natürlich EU-Kandidatin Evelyn Regner um die Stimmen der WählerInnen. ****

Für die zweitplazierte auf der KandidatInnen-Liste der SPÖ, Evelyn Regner, sind die Prioritäten einer sozialdemokratischen Frauenpolitik ganz klar: "Jobs, Jobs, Jobs!" Allerdings müssen es "gute" Jobs sein, soll heißen: "Weg von prekären Arbeitsverhältnissen!" Das ist zwar auch für betroffene Männer wichtig, allerdings sind es vor allem Frauen, die sich in solchen unsicheren Arbeitsverhältnissen befinden. Zweitens ist bei der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie anzusetzen. Das würde sich positiv sowohl auf die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen als auch auf den Zugang zu Führungspositionen für Frauen auswirken. Auch ist etwa für Arbeitszeiten zu sorgen, die eine solche Vereinbarkeit möglich machen - bei einer erlaubten Tagesarbeitszeit von Frühmorgens bis Spätabends ist das sehr schwierig.

Überhaupt würde sich Regner mehr Engagement der Männer beim Thema Vereinbarkeit wünschen. Die Listenzweite betont, dass sie selbst Mutter von zwei Kindern sei (zwei und sieben Jahre) die einen sehr engagierten Vater hätten, für den "wirkliche" Vereinbarkeit ein Thema ist. Für die männliche politische Konkurrenz, etwa Ernst Strasser oder Otmar Karas von der ÖVP, sei das aber nicht so. "Das ärgert mich wirklich, Männer sollten das Thema Vereinbarkeit ruhig stärker in den Mund nehmen." Regner betonte auch, dass EU-weite generelle Verbesserungen im Mutterschutz sowie ein Anspruch auf einen obligatorischen, zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub nach der Entbindung der Ehefrau bzw. Partnerin aufgrund eines Antrags der Konservativen, über den Bericht gar nicht erst abzustimmen, verhindert wurden. Der Bericht kommt in der nächsten Legislaturperiode wieder auf die Tagesordnung. "Die SPÖ-Delegation wird sich dafür einsetzen, dass bestmögliche Lösungen für berufstätige Eltern gefunden werden", sagte Regner.

Barbara Prammer erklärte, dass es für die Frauen Europas darum gehe, zu entscheiden, "ob Europa ein soziales Europa wird oder ein Europa der Märkte, in dem die Menschen nicht im Mittelpunkt stehen". Besonders erfreut ist sie über die Tatsache, dass die Hälfte der SPÖ-Abgeordneten im künftigen EU-Parlament aufgrund des Reißverschluss-Prinzips Frauen sein werden.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek betonte: "Frauen, die zur EU-Wahl gehen, geben anderen Frauen mit ihrer Stimme die Möglichkeit, gewählt zu werden. Das ist wichtig, da nur so Rollenbilder aufgebrochen werden, differenzierte Sichtweisen und Schwerpunkte zum Tragen kommen und Themen zu Themen gemacht werden, die bisher unbeachtet blieben."

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer erklärte, dass dieser Aktionstag heute in allen Bundesländern durchgeführt wird. Es handelt sich dabei um eine Idee der PSE-Frauen (Sozialdemokratische Frauen), die anlässlich des Frauentags präsentiert und von den SPÖ-Frauen weitergezogen wurde. Konkret wird versucht, mittels bewusst provokanter Fragen, die auf Kartons affichiert wurden mit Frauen ins Gespräch zu kommen. Die Fragen lauten: "Wollen Sie ein Europa, das sich für Frauen in Führungspositionen einsetzt oder ein Europa, in dem der Markt von Männern dominiert wird? Wollen Sie ein Europa, das Maßnahmen für mehr Kinderbetreuung setzt, oder ein Europa, das Frauen sagt, dass sie zuhause bleiben sollen? Wollen Sie ein Europa, das gegen gewalttätige Praktiken an Frauen mobilisiert oder ein Europa, das blind gegenüber weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und Ehrenmorde ist? Wollen Sie ein Europa, das gegen Frauenhandel kämpft oder ein Europa, das kriminelle Netzwerke ignoriert?"

"Die Probleme, die Frauen in all diesen - und auch anderen -Bereichen haben, lösen sich nicht von selbst", so Stadlbauer, die betonte, dass es daher gelte, die derzeitige konservative Frauenpolitik der EU durch eine fortschrittliche der Sozialdemokratie anzulösen. (Schluss) up

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