Walser: Nachhilfeunwesen bestätigt grüne Kritik

Schulsystem muss grundlegend reformiert werden

Wien (OTS) - "Derzeit überfordern wir in unserem Schulsystem die Kinder am Vormittag und verzichten auf ihre Aufmerksamkeitsschwerpunkte am Nachmittag", meint der Grüne Bildungssprecher Harald Walser in einer Reaktion auf eine Studie der Arbeiterkammer über das Nachhilfeunwesen.

Demnach müssen täglich 56 Prozent der Eltern ihren Kindern bei den Hausübungen helfen, bereits jedes Schulkind unter 14 Jahren benötigt private Nachhilfe. "Es ist die Aufgabe der Schule, dafür zu sorgen, dass die Kinder den Unterrichtsstoff verstehen", fordert Walser.
Die Ursachen für das Problem sieht der Grüne Bildungssprecher im Schulsystem: "Solange sich die ÖVP mit Händen und Füßen gegen den Ausbau ganztägiger Schulformen wehrt, lässt sich dieser Missstand nicht abstellen." Es brauche den Wechsel zwischen Unterricht und Freizeit, "aber auch Hausübungen und Lernphasen müssen in der Schule stattfinden", stellt Walser fest: "Alle internationalen Studien belegen, dass nur noch in Deutschland Bildung ähnlich stark vererbt wird wie in Österreich." Es dürfe nicht sein, dass nur Kinder aus privilegierten Familien die Chance bekommen, den Lehrstoff von Eltern oder teuren NachhilfelehrerInnen so präsentiert zu bekommen, dass sie ihn auch verstehen. "Der Kern des Problems ist unser veraltetes Schulsystem. Wir brauchen ein System, das außerschulischen Nachhilfeunterricht unnötig macht."

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