Küberl zu Entwicklungshilfe: "Menschen in armen Ländern dürfen nicht unsere Zeche zahlen"

Caritas-Präsident: "Einhalten der fixen Versprechen entscheidet auch über Leben und Tod tausender Menschen"/EZA-Budget heute im Parlament

Wien (OTS) - "Es besteht kein Zweifel daran, dass die aktuelle Wirtschaftskrise durch die Industrieländer verursacht wurde. Die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt sind ohnehin schon die größten Opfer der Krise. Wir können sie nicht die bittere Suppe mitauslöffeln und dann auch noch die Zeche zahlen lassen", betont Caritas-Präsident Franz Küberl. Am morgigen Dienstag, befasst sich der österreichische Nationalrat im Rahmen der Diskussion über das Budget 2009/10 im Bereich "Äußeres" nochmals mit den staatlichen Entwicklungshilfegeldern, bevor das Budget am Freitag endgültig beschlossen wird.

Küberl: "Für die eigentlich nötige Erhöhung ist der Zug, so scheint es, ohnehin längst abgefahren. Wir fordern aber zumindest die Einhaltung des mehrmals fix versprochenen Stufenplans von 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens ab 2010 und von 0,7 Prozent ab 2015. Das ist nicht nur eine Frage des Anstands, sondern entscheidet auch über Leben und Tod tausender Menschen".

Eine substantielle Erhöhung der EZA-Mittel wäre längst angesagt und auch zugesagt, faktisch stehe mit dem verhandelten Budget aber weniger Geld für Projekte und Programme in den ärmsten Ländern der Welt zur Verfügung, kritisiert der Caritas-Präsident. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat unlängst an die Industrieländer appelliert, gerade in der jetzigen Situation ihre Entwicklungshilfezusagen einzuhalten. In Deutschland wurde das EZA-Budget für 2009 auch tätsächlich kräftig aufgestockt.

Die konkreten Folgen der Wirtschaftskrise seien für Millionen Menschen in den Ländern des Südens so vielfältig wie katastrophal, weiß Küberl aus den Berichten von Caritas-Partneroganisationen in der ganzen Welt: "In Indien haben tausende Bauern und Arbeiter/innen ihre Jobs verloren, weil die Nachfrage aus den Industrieländern eingebrochen ist. In der Demokratischen Republik Kongo mussten aufgrund des Verfalls der Rohstoffpreise viele Minengesellschaften zusperren. Und die bereits zurückgehenden Rücküberweisungen von Familienmitgliedern, die in Europa arbeiten, waren bisher für tausende arme Familien in Mali der letzte Ausweg aus der Not", nennt der Caritas-Präsident einige Beispiele und ergänzt: "Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen." Menschen die schon bisher nur mit Mühe ihre Existenz sichern konnten verlieren mit der Krise das Überlebensnotwendige.

Vor diesem dramatischen Hintergrund wendet sich Küberl an die österreichischen ParlamentarierInnen: "Bitte, beziehen Sie bei Ihren Budgetentscheidungen die Lage der Menschen in den ärmsten Ländern mit ein!"

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