Marek: Österreich braucht eine flächendeckende, flexible, leistbare und qualitätsvolle Kinderbetreuung

Staatssekretärin bei einer Bestandsaufnahme zur Kinderbetreuung für unter-3-Jährige

Wien (BMWFJ/OTS) - "Unser Ziel ist eine flächendeckende, flexible, leistbare und qualitätsvolle Kinderbetreuung in Österreich, daher ist das Thema Kinderbetreuung eine der obersten Prioritäten für unsere familienpolitische Arbeit, wobei das Wohl des Kindes und die Wahlfreiheit der Eltern im Vordergrund stehen", betonte Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend am Montag in ihrem Statement bei der Enquete "Was brauchen Kinder, was wünschen Eltern - Kinderbetreuung für unter-3-Jährige -eine Bestandsaufnahme". Marek bekannte sich dabei einmal mehr zu Familien als Fundament unserer Gesellschaft, die daher Zeit, finanzielle Sicherheit und bestmögliche Infrastruktur brauchen:
"Eines unserer Kern- und zentralen Zukunftsthemen ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und für Männer."

Im Vordergrund, so die Staatssekretärin, müsse dabei die Qualität in der Kinderbetreuung - vor allem bei den unter-3-Jährigen - stehen, wobei Qualität vor allem Vertrauen, Beziehung und Zeit für das Kind bedeute. Deswegen brauche qualitätsvolle Kinderbetreuung einen adäquaten Betreuungsschlüssel, angepasste Gruppengröße und -zusammensetzung, gut geschulte Betreuer/innen und Pädagog/innen sowie eine gute Infrastruktur.

Neben den Krippen spielen die Tageseltern in der Betreuung der unter-3-Jährigen eine wesentliche Rolle. Eine aktuelle Studie des ÖIF zeigt auf, dass die Tageseltern in erster Linie für die unter-3-Jährigen und dann später wieder für die Schulkinder herangezogen werden. Auffallend seien allerdings die großen Unterschiede in deren Ausbildung: Die theoretische Grundausbildung reiche von 60 Stunden in Wien bis zu 300 Stunden in der Steiermark. Hier plane sie eine Standardisierung auf 200 Theoriestunden plus Praxisarbeit.

Marek zitierte aber auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, die positive Effekte einer qualitätsvollen Betreuung der unter-3-Jährigen im richtigen zeitlichen Ausmaß außer Haus in einer Kinderkrippe aufzeige: Der Besuch einer Kinderkrippe führe zu größeren Bildungschancen für die Kinder, indem die frühkindliche Bildung einen hohen Einfluss auf den späteren Bildungsweg habe. Laut dieser Studie erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, von 36 auf rund 50 Prozent, wenn die Kinder vorher eine Krippe besucht haben. Für benachteiligte Kinder liege die Verbesserung der Bildungschancen durch einen Krippenbesuch noch höher. Von diesen Kindern gehe rund zwei Drittel mehr aufs Gymnasium.

Aufgrund der Wichtigkeit des Themas leiste der Bund einen beachtlichen finanziellen Beitrag, obwohl Kinderbetreuung in der Zuständigkeit der Länder liege, setzte Marek fort: So bekämen die Länder und Gemeinden vom Bund für die Jahre 2008 bis 2010 insgesamt 45 Millionen Euro für die Schaffung von zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen - vor allem für unter-3-Jährige. Dazu kämen 700.000 Euro pro Jahr für bedarfsgerechte Kinderbetreuungsprojekte. Als "Brücke zur Schule" sieht die Staatssekretärin das verpflichtende kostenlose Kindergartenjahr für alle 5-Jährigen: "Für diese wichtige zukunftsweisende Maßnahme stellen wir den Ländern als Ersatz der Elternbeiträge für die Kindergartenjahre 2009/2010 und 2010/2011 je 70 Millionen Euro zur Verfügung." Die Möglichkeit der Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten (Krippen, Tageseltern, Kindermädchen, Kindergärten etc.) rückwirkend ab 1. Jänner 2009 bedeute eine weitere finanzielle Entlastung für die betroffenen Familien.

"Mir ist das Thema Kinderbetreuung und damit verbunden eine bestmögliche Qualität sehr wichtig, denn wir brauchen qualitativ gute, verlässliche, leistbare und flexible Kinderbetreuungsangebote zum Wohle der Familien und ganz speziell zum Wohle unserer Kinder -diese müssen im Mittelpunkt stehen", erklärte Marek abschließend.

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