AK zu Nachhilfekosten 2 - Tumpel: Kinder in Ganztagsschulen fördern

Bereits jede/r fünfte SchülerIn unter 14 Jahren braucht private Nachhilfe, sechs Prozent sogar schon in der Volksschule

Wien (OTS) - "Dass die Eltern Jahr für Jahr mehr für private Nachhilfe ausgeben müssen, gehört abgestellt", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "wir müssen die Eltern und ihre Kinder dringend entlasten." Bei steigenden Kosten braucht bereits jede/r fünfte SchülerIn unter 14 Jahren private Nachhilfe, zusätzlich muss bereits mehr als die Hälfte der Eltern täglich ihren Kindern bei den Hausübungen helfen, zeigt eine weitere Umfrage für die AK. "Wir brauchen Investitionen in Schulplätze, die allen Kindern mehr Chancen bieten", sagt Tumpel, "dafür müssen die begonnenen Schulreformen rasch fortgesetzt werden. Wichtig ist der Ausbau der ganztägigen Schulen in Österreich." Bis zum Schuljahr 2010/11 soll es in jedem politischen Bezirk zumindest eine Ganztagsschule geben. Überdies soll jedes Kind zwischen sechs und 14 Jahren einen Anspruch auf Betreuung über die Unterrichtszeit hinaus haben.

Alarmierend ist, dass laut Sora-Umfrage für die Arbeiterkammer sogar in der Volksschule bereits sechs Prozent der befragten Eltern für Nachhilfe zahlen müssen. In der Hauptschule sind es 15 Prozent, in der AHS-Unterstufe 28 Prozent. Zusätzlich sind immer mehr Eltern unfreiwillige Nachhilfelehrer: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) muss täglich ihren Kindern bei den Hausübungen helfen. Ein weiteres Viertel (25 Prozent) leistet mehrmals oder zumindest einmal in der Woche unfreiwillig Nachhilfe fürs Kind.

Was die Eltern zu Ausgaben für Nachhilfe zwingt und zu unfreiwilligen NachhilfelehrerInnen macht, ist das Halbtagsschulsystem in Österreich. Nur für ein Viertel der Volksschulkinder gibt es Nachmittagsbetreuung. Vor dem Hintergrund des Mangels an ganztägigen Schulen sagen zwei Drittel der Eltern: Sie wünschen sich flächendeckende Nachmittagsbetreuung für Schulkinder, damit Beruf und Familie vereinbar sind.

"Die Halbtagsschule ist ein Auslaufmodell", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Vor allem ergab der letzte PISA-Schulvergleich: Die erfolgreichsten Länder mit großer Spitzengruppe in Mathematik und Lesen kombinieren gemeinsamen Unterricht mit ganztägiger Schule.

Tumpel fordert "Investitionen in eine Schule, die den modernen Anforderungen gerecht wird." Er fordert Förderung der SchülerInnen im Rahmen der Nachmittagsbetreuung: Bis zum Schuljahr 2010/11 soll es in jedem politischen Bezirk zumindest eine Ganztagsschule geben. Überdies soll jedes Kind von sechs bis 14 Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung auch über die Unterrichtszeit hinaus haben.

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