Sri Lanka: UNHCR über Bedingungen in Vertriebenen-Camps besorgt

"Akute Unterernährung" - "Zugangsbeschränkungen behindern unsere Hilfe"

Colombo/Genf/Wien (UNHCR) - Da die Kämpfe im Nordosten Sri Lankas zu einem Ende kommen, treten die Herausforderungen für UNHCR und andere humanitäre Organisationen offen zu Tage. Neuesten Schätzungen zufolge haben allein in den vergangenen drei Tagen 80.000 Menschen das frühere Kampfgebiet verlassen. Insgesamt sind in den vergangenen Monaten 280.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. "Mehrere Fragen müssen dringend angegangen werden, darunter die Überfüllung der Camps und die eingeschränkte Versorgung der Binnenvertriebenen (IDPs) in diesen Lagern", sagt UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer. Die Zustände gäben Anlass zur Sorge. Die Regierung von Sri Lanka stehe vor großen Herausforderungen bei der Versorgung der IDPs mit dem Nötigsten. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR und seine humanitären Partnerorganisationen würden die Regierung in diesem Prozess weiter unterstützen.

"Zivilisten, die aus dem Kampfgebiet kommen, sind krank, hungrig, sie leiden unter akuter Unterernährung und Dehydrierung", hält die Weltflüchtlingsorganisation fest. Die jüngste Fluchtbewegung von Menschen, die extreme Zustände überstanden haben, wird die IDP-Siedlungen in Vavuniya, Jaffna und Trincomalee, noch weiter belasten; diese könnten schon die bereits vorhandenen Binnenflüchtlinge kaum fassen.

UNHCR hat 25.000 Notunterkünfte errichtet, 10.000 weitere werden folgen, um Zehntausende Zivilistinnen und Zivilisten unterzubringen, die aus dem Kampfgebiet geflohen sind oder in den nächsten Tagen auf der Suche nach Schutz erwartet werden. "Die Regierung beim Entlasten überfüllter Camps zu unterstützen ist unsere unmittelbarste Priorität; das wird auch die Versorgung mit dem Nötigsten erleichtern", erläutert Schönbauer. Die Arbeit werde durch die Ankunft der großen Zahl an IDPs in kurzer Zeit erschwert, aber auch durch Mangel an Platz für deren Beherbergung.

Dazu kämen Beschränkungen beim Zutritt zu IDP-Siedlungen, die den Helfern am Wochenende von den Behörden verordnet wurden. Diese behinderten die UNHCR-Hilfe für die Binnenvertriebenen in einem weitläufigen Gebiet von rund 16 Quadratkilometern im Bezirk Vavuniya, wo ein Großteil der Betroffenen untergekommen ist. "Die Zugangsbeschränkungen haben unsere Möglichkeiten, der bedürftigen Bevölkerung zu Hilfe zu kommen, eindeutig behindert", sagt UNHCR-Sprecher Schönbauer.

Die Organisation ist zudem bemüht, die Regierung beim Herstellen von Bedingungen für eine Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimatregionen in Sicherheit zu unterstützen.

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