Elektro- und Elektronikindustrie bietet deutliche Reallohnerhöhung an

Betriebe kämpfen mit Umsatz- und Exportrückgängen / konstruktive Ergebnisse werden am Verhandlungstisch und nicht durch Drohungen erzielt

Wien (OTS) - Keine Einigung brachte die vierte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen 2009 für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI). Aufgrund der unrealistischen Forderungen der Gewerkschaften endete auch die vierte KV-Runde ergebnislos. Das FEEI-Team machte im Laufe Verhandlungen mehrere konstruktive, für die Wirtschaftssituation in den Betrieben gerade noch tragbare Angebote. Alle entsprachen im Ergebnis der Logik der Abschlüsse 2001 bis 2008, die eine deutliche Reallohnerhöhung über der jeweiligen Jahresinflationsrate brachten. Das zuletzt gemachte Angebot des FEEI sah sogar eine Steigerung vor, die - trotz Krisensituation - den Beschäftigten angesichts der prognostizierten Jahresinflation von 0,6% eine der deutlichsten Reallohnerhöhungen der letzten Jahre gebracht hätte. Konkret wurde vom Fachverband eine KV-und Ist-Erhöhung von 1,5% sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 300,-Euro sowie für Betriebe mit einem deutlichen Umsatzrückgang eine 1,0% Ist-Erhöhung und keine Einmalzahlung angeboten. Im Gegenzug hält die Gewerkschaft allerdings nach wie vor an ihren für die Branche wirtschaftlich nicht tragbaren Forderungen fest. Für das FEEI-Verhandlungsteam ist dies völlig unverständlich.

In der Elektro- und Elektronikindustrie, die mit 60.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 12 Mrd. Euro (2007) einer der drei größten Industriezweige Österreichs ist, mussten bereits viele Betriebe aufgrund der massiven Krise Kurzarbeit anmelden oder waren sogar gezwungen Kündigungen auszusprechen. Diese Tendenz ist weiter steigend. "In Anbetracht der derzeitigen konjunkturellen Rahmenbedingungen muss es im Sinne der Gewerkschaften sein, einen Kompromiss zu erzielen, der einerseits den Mitarbeitern eine Lohn-und Gehaltserhöhung bringt, andererseits den Betrieben eine Zukunft am Standort Österreich ermöglicht", zeigt der Verhandlungsleiter für die Elektro- und Elektronikindustrie und FEEI-Obmann Albert Hochleitner kein Verständnis für die starre Haltung der Gewerkschaften.

Exportorientierte Elektro- und Elektronikindustrie von Konjunkturrückgang besonders stark betroffen

Über 70% der produzierten Güter der Elektro- und Elektronikindustrie werden ins Ausland exportiert. Allein 30% des Außenhandels werden mit Deutschland abgewickelt. "Aufgrund der hohen internationalen Vernetzung ist unsere Branche nicht nur von der österreichischen, sondern auch von der Konjunktur in den Exportmärkten stark abhängig. Ein BIP-Rückgang von 6,7% im ersten Quartal 2009 in Deutschland, trifft uns daher ebenso besonders hart", erklärt der FEEI-Obmann. Auswirkungen, die sich deutlich in den aktuellen Branchenzahlen niederschlagen. Bereits im 4. Quartal 2008 sind die Ausfuhren um 7% zurückgegangen, bei den Auftragseingängen wurde sogar ein Minus von bis zu 20% verzeichnet. Der Abwärtstrend hat sich im ersten Quartal 2009 weiter beschleunigt, sämtliche Konjunkturindikatoren in der Branche befinden sich auf Talfahrt. Knapp 60% der Branche mussten im ersten Quartal 2009 dramatische Umsatzeinbrüche hinnehmen. Die Rückgänge bewegen sich durchschnittlich bei 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das sind laut Hochleitner Dimensionen, die selbst große Unternehmen an ihre Grenzen bringen.

Konstruktive Ergebnisse werden nicht durch Drohungen erzielt

Unbeeindruckt zeigte sich Hochleitner von der Aussage der Gewerkschaften, dass es im Falle einer weiteren ergebnislosen Verhandlungsrunde am 4. Juni "nicht mehr viele Möglichkeiten gebe". Wir arbeiten seit vielen Jahren sowohl mit der GMTN als auch mit der GPA konstruktiv zusammen und werden das auch in Zukunft tun. Allerdings haben wir überhaupt kein Verständnis für populistische Maßnahmen, für die es keine wirtschaftliche Grundlage gibt. Es verstärkt sich daher der Eindruck, dass hier Ergebnisse willkürlich erzielt werden sollen, damit sich Funktionäre gegenüber ihren Mitglie-dern profilieren können", hält der FEEI-Obmann abschließend fest.

Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) vertritt in Österreich die Interessen von rund 300 Unternehmen mit 60.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von mehr als 12 Milliarden Euro (Stand 2007). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern -dazu gehören u.a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation (FMK), ICT Austria, das UFH, das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie (bahnindustrie.at) - ist es das oberstes Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken.

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Dipl. Ing. Dr. h.c. Albert Hochleitner, Obmann des FEEI
c/o Siemens Österreich AG
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Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI
Tel: 01/588 39-12
E-Mail: roitner@feei.at

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