60 Jahre Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer

Neonazi-Aktivitäten müssen vom Verfassungsschutz unterbunden werden, mehr politische Bildung an Schulen gefordert

Wien (SK) - Der "Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten" beging im Wien Döbling, wo er im Frühjahr 1949 gegründet wurde, seine 60 Jahr-Gründungsfeier. Die den neuerlichen Hasstiraden der FPÖ a la "Abendland..." oder "Volksverräter..." erinnern Freiheitskämpfer-Vorsitzenden, NR Abg. a.D. Ernst Nedwed an den NS-Wortschatz vergangener Zeiten: "Die Provokationen in einigen KZ-Gedenkstätten sind Alarmsignale, die neue Strategien erfordern. Zeitgeschichte und politische Bildung in den Schulen muss mehr Platz bekommen. Exkursionen zu KZ-Gedenkstätten sollten nur von hierfür geeigneten Institutionen durchgeführt werden. Auch müssen Vorbereitungs- und Begleitseminare abgehalten werden, in denen auch politische Zusammenhänge erläutert werden, sonst ist das Aufkommen des Faschismus für Jugendliche nicht zu verstehen." Außerdem forderte Nedwed für die Feiern der diversen Opferverbände, im Interesse der Sicherheit und des internationalen Ansehens Österreichs, Polizeischutz. "Neonazistische Provokationen müssen vom Amt für Verfassungsschutz nicht nur beobachtet, sondern sofort durch Polizeieinsatz unterbunden werden. Vorbilder dafür sind die Innenminister Lanc und Blecha, die das NS-Verbotsgesetz bei Bedarf auch angewendet haben." ****

Bundesvorsitzender Ernst Nedwed erinnerte an die erste und langjährige Vorsitzende des Bundes, die Widerstandskämpferin und Überlebende des Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, Rosa Jochmann, die den Bund zu einer moralischen Kraft innerhalb der Sozialdemokratie gemacht hat. Auch in den ersten Nachkriegsjahren war es notwendig gegen die "Gefahr von rechts" aufzutreten und den Opfern der faschistischen Systeme ihre Rechte zu erkämpfen. Das tat sie im Parlament genauso, wie im Gespräch mit jungen Menschen, die in ihr eine glaubwürdige Zeitzeugin sahen. Als einen Lehrer und Sprecher der Freiheitskämpfer hob Ernst Nedwed den langjährigen stv. Vorsitzenden Josef Hindels hervor, der sich unvergessliche Dienste um die politische Bildung der jungen Generation erworben hatte. Und er dankte auch dem Ehrenvorsitzenden Vorsitzenden Alfred Ströer, der in der Zeit von 1995 bis 2007 den Bund geführt hat und heute weiterhin als Zeitzeuge zur Verfügung steht.

Hochrangige Mandatare wie Bundesminister Rudolf Hundstorfer, Bürgermeister Michael Häupl, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, und der SPÖ-Spitzenkandidat bei der EU-Parlamentswahl, Hannes Swoboda, überbrachten den Delegierten aus allen Bundesländern die Grüße und den Dank der Sozialdemokratie für eine jetzt erst recht unverzichtbare Arbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Gerade die Vorfälle der letzten Tage hätten gezeigt, wie wichtig die Zeitzeugen des Widerstandes und die überlebenden Opfer aus den Konzentrationslagern, sowie die aktiven Antifaschisten heute in der Aufklärungsarbeit sind. Das betonte auch die Vertreterin des Pensionistenverbandes, Bundesministerin a.D. Hilde Hawlicek. Der Verbandsvorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreichs, Wolfgang Moitzi, verwies auf das traditionelle Bündnis der Jugend mit den Freiheitskämpfern und hob ihre Vorbildfunktion hervor. (Schluss) mw/mp

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