Musiol zu Gratis-Kindergartenjahr: Bund hat Rechnung ohne Gemeinden gemacht

Grüne fordern mehr Bundesmittel für Kinderbetreuung

Wien (OTS) - Während heute im Plenum die 15a-Vereinbarung über die Einführung des halbtägig kostenlosen Kindergartenjahrs für 5-Jährige eingebracht wird, regt sich zeitgleich großer Widerstand auf Landesebene. Für Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen, ist der Unmut auf kommunaler Ebene keine Überraschung: "Völlig verständlich, dass sich Gemeinden und Städte nun zur Wehr setzen: Der Bund macht für die Einführung des Gratis-Kindergartenjahrs gerade einmal 70 Mio. Euro locker. Aufgeteilt auf neun Bundesländer sind das wenige Millionen, die einem Land für Kinderbetreuung zur Verfügung stehen. Das ist natürlich viel zu wenig, um tausend fehlende Plätze bis Herbst zu schaffen. Von den Städten und Gemeinden wird ein ungeheurer finanzieller und logistischer Einsatz gefordert."

"Wenn der Bund Wert auf qualitätvolle Kinderbetreuung legt und 5-Jährigen Kindern ein kostenloses Bildungsjahr zur Verfügung stellen will, dann muss er auch bedeutend mehr Mittel locker machen. Ansonsten wird eintreten, was die Grünen seit Monaten prognostizieren: Eltern werden sich ab Herbst in einem Kindergartenchaos wiederfinden und bei der angebotenen Qualität ist Kritik seitens Eltern und PädagogInnen vorprogrammiert.
In Ermangelung an Betreuungsplätzen werden 5-Jährige die Plätze von Kleinkindern besetzen und PädagogInnen werden noch mehr Kinder pro Gruppe betreuen müssen", erklärt Musiol und hält fest: "Es ist Zeit, dass die Bundesregierung erkennt, dass sie sich nicht mit dem Gratis-Kindergartenjahr feiern lassen kann, während das System an allen Ecken und Enden kracht und die Gemeinden in der Widerstand gehen."

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