ÖAMTC: Vorsicht Fallen bei Mietwagen im Ausland

Clubtipps um unnötige Kosten und unliebsame Überraschungen zu vermeiden

Wien (OTS) - Die Kombination "Anreise per Flugzeug, Anmietung
eines Wagens vor Ort" erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. "Aber Vorsicht", warnt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner, "gerade das Mieten eines Fahrzeuges kann unliebsame Überraschungen zur Folge haben und die Urlaubsfreuden erheblich trüben." In regelmäßigen Abständen testen der ÖAMTC, sein deutscher Schwesterclub ADAC und weitere Partnerclubs den Zustand von Mietfahrzeugen und die Modalitäten rund um die Übernahme des Autos in ausgewählten Urlaubsländern. Dabei müssen die Clubexperten immer wieder Erschreckendes feststellen. "Von unzumutbar verschmutzten Schrottkisten über sicherheitsrelevante technische Mängel bis zu hohen Extrakosten für die Mietwagen ist alles dabei", berichtet die ÖAMTC-Juristin. "So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich auch die Clubjuristen Jahr für Jahr mit unzähligen Fällen rund um das Thema Mietwagen auseinandersetzen müssen." Das Spektrum ist dabei weit gestreut und reicht von unverständlichen Mietverträgen, plötzlichen Mietpreiserhöhungen, bis hin zu unrechtmäßig einbehaltenen Kautionen oder unzulässigen Nachbelastungen auf der Kreditkarte.

ÖAMTC-Tipps für die Buchung von Mietautos

"Wer bereits im Vorfeld und bei der Fahrzeugübernahme auf einige Dinge achtet, kann das Risiko auf ein Minimum reduzieren", so Pronebner. "Preisvergleiche, ein Blick auf die Geschäftsbedingungen und ein Check des Versicherungsschutzes lassen sich bequem von zu Hause aus vor einer Buchung, zum Beispiel mittels Internet, erledigen." Am sichersten ist es generell, bereits daheim einen Mietwagen zu buchen - und nicht nur unverbindlich reservieren zu lassen. Im Reklamationsfall hat man dann einen österreichischen Ansprechpartner und es kommt heimisches Konsumentenschutzrecht zur Anwendung. "Was den Versicherungsschutz betrifft, so sollte in jedem Fall eine Vollkaskoversicherung vorhanden sein und die Haftpflicht-Deckungssumme mindestens drei Millionen Euro betragen. Reicht nämlich die Versicherungssumme nicht aus, haftet man mit dem eigenen Vermögen", erläutert die ÖAMTC-Juristin. "Achten sollte man auch auf das Kleingedruckte. Dort verstecken sich oft unerwünschte Versicherungen, die man durch das Ankreuzen einer unverständlichen Abkürzung wie 'PAI' oder 'TP' ungewollt dazukauft." Vor der Abreise ist es außerdem ratsam, sich über notwendige Autobahn-Vignetten und gesetzliche Mitführpflichten zu informieren, denn Warnwesten oder auch Pannendreiecke werden nicht immer vom Vermieter zur Verfügung gestellt. Wissenswertes dazu bietet die ÖAMTC-Länderdatenbank unter www.oeamtc.at/laenderinfo.

ÖAMTC-Tipps für die Fahrzeugübernahme

"Bei der Fahrzeugübernahme fragt man am besten gleich nach Informationen und Telefonnummern für den Not- und Pannenfall", rät Pronebner. Abzuklären gilt außerdem, wer das Fahrzeug lenken darf. "Scheint nur ein Fahrzeuglenker im Mietvertrag auf, besteht auch nur für diese eine Person Versicherungsschutz. Teilweise können überdies Altersbeschränkungen vorgesehen sein", erklärt die ÖAMTC-Juristin. Vor Fahrtantritt sollte man durch einen Rundgang um das Auto den technischen Zustand des Fahrzeugs überprüfen. "Auf abgefahrene Reifen, Licht, Blech- oder Lackschäden ist besonders zu achten", empfiehlt Pronebner. Bereits vorhandene Kratzer oder andere Mängel sollte man sich in jedem Fall vom Vermieter schriftlich bestätigen lassen. "Bei einer Übernahme am Abend kann eine Taschenlampe wertvolle Dienste erweisen", berichtet Pronebner aus der Erfahrung der ÖAMTC-Experten "Und: ein Reserverad kann unnütz sein, wenn sich im Fahrzeug kein Wagenheber befindet." Auch die Tankregelung gehört im Vorfeld abgeklärt. "Normalerweise muss der Mietwagen vollgetankt zurückgegeben werden. Wird er jedoch vom Vermieter vollgetankt, was zum Beispiel in Spanien häufig vorkommt, verursacht dies oft Zusatzkosten", erklärt die Juristin.

ÖAMTC-Tipps für die Fahrzeugrückgabe

Die Rückgabeformalitäten sollte man bereits bei der Übernahme des Fahrzeugs abklären. "Es ist ratsam, den Wagen innerhalb der Geschäftszeiten zurückzugeben. Dabei lässt man sich nochmals in einem Protokoll den Zustand des Fahrzeugs bestätigen", sagt die ÖAMTC-Juristin. Die Retournierung durch Einwerfen von Schlüssel und Papieren in einen Postkasten sollte vermieden werden - auch hier sind schon einige Urlauber Betrügern aufgesessen. Damit es auch nach dem Urlaub keine unliebsamen Souvenirs gibt, sollte man Abbuchungen auf der Kreditkarte genau überprüfen. "Wenn zum Beispiel ausgemacht war, dass im Mietpreis alle anfallenden Kosten inkludiert sind, und auch die Tankregelung korrekt beachtet wurde, dann ist keine weitere Abbuchung legitim", meint die ÖAMTC-Expertin. "Viele Mietwagenfirmen behalten sich aber vertraglich die automatische Kreditkarten-Abbuchung von Verkehrsstrafen und (angeblich) nicht bezahlte Parkgebühren vor - und schlagen noch eine Bearbeitungsgebühr dazu, die dann ebenfalls ungefragt vom Kreditkarten-Konto abgebucht wird."

So hilft der ÖAMTC

Die ÖAMTC-Touristik hat in Kooperation mit den Clubjuristen zwei übersichtliche Mietwagen-Checklisten erstellt. Eine für die Buchung, die andere für die Fahrzeugübernahme. Zu finden sind die Listen auf der Homepage des Clubs unter www.oeamtc.at/reiseratgeber.

Sollte es vor Ort Probleme geben, sind die ÖAMTC-Juristen im Notfall unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 120 00 auch aus dem Ausland rund um die Uhr erreichbar. Eine Rechtsschutzversicherung erleichtert im Streitfall die Rechtsdurchsetzung.

ÖAMTC-Mitglieder können auch Vorteilspartner nutzen und Ermäßigungen über die ÖAMTC-Mitgliedschaft lukrieren. Holiday Autos vermietet zum Beispiel nur Autos inkl. Vollkaskoschutz, wobei die Selbstbeteiligung im Schadensfall (auch für Schäden an Glas, Dach und Reifen) rückerstattet wird.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Ralph Schüller
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
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