Bischof Kapellari: Christen dürfen sich in Europa nicht verstecken

Grazer Bischof nahm beim Medienempfang seiner Diözese auch zu den Europawahlen, zum Schutz des Lebens und zur wirtschaftlichen Entwicklung Stellung

Graz, 18.05.2009 (KAP)  

 

Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari hat am Montagabend beim Medienempfang seiner Diözese auch zur Europa-Frage Stellung genommen. Wörtlich stellte Bischof Kapellari fest: "Die Bischöfe haben das Projekt der europäischen Einigung von Anfang an mit großer, aber auch kritischer Solidarität begleitet und tun dies weiterhin. Daraus folgt der dringende Rat an die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Wahl zum Europaparlament am 7. Juni. Wir betreiben dabei - wie auch sonst - keine Politik für oder gegen eine konkrete Partei. Gemeinsam mit dem 'Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich' treten wir dafür ein, dass die Christen in Europa sich nicht verstecken oder aus der Öffentlichkeit verdrängen lassen. Wir verweisen aber auch auf die Tatsache, dass Europa als sogenanntes 'Abendland' sich nicht monopolartig in Christenhand befindet oder je befinden könnte".

Ein Dauerthema für die katholische Kirche seien aber auch "der Schutz und die Entfaltung des menschlichen Lebens und seiner Umwelt als Mitwelt", betonte der steirische Bischof. Mit Abtreibung und Euthanasie können und dürfen Christen sich nicht abfinden; sie müssten sich daher "im Rahmen der demokratischen Ordnung ständig für das an seinen Grenzen bedrohte menschliche Leben engagieren".

Was die Wirtschaft und ihre Stabilisierung "vor allem im Interesse der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen" betrifft, habe die Kirche keine Rezepte, unterstrich Kapellari. Die Zehn Gebote, die Bergpredigt und die Katholische Soziallehre "sind und bleiben aber ein inspirierender und normierender Horizont, dessen stärkere Beachtung uns die jetzige Krise erspart hätte".

Alle großen Themen, die heute die Menschen bewegen, seien auch für die Kirche von zentraler Bedeutung, sagte Bischof Kapellari bei der Begegnung mit den steirischen Medienleuten. Für die Kirche habe dabei die Frage nach Gott den "unverzichtbar höchsten Rang". Untrennbar mit dieser Frage verbunden sei die Frage nach dem unverwechselbar einzelnen Menschen und der Menschheit im Ganzen, "die Frage nach Leben und Tod, nach Glück und Unglück, nach Freude und Schmerz".

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