"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Publikumsschwund"

Institutionen-Wahlkämpfe emotionalisieren nicht. Dazu braucht es Gesichter.

Wien (OTS) - Hochschülerschaft, Arbeiterkammern, EU-Parlament -drei Wahlen mit einer Gemeinsamkeit: Die Begeisterung des Publikums ist enden wollend. An AK- und EU-Wahlen nehmen rund vier von zehn Wahlberechtigten teil, bei der ÖH-Wahl nur drei.
Schlau wird man hier aus den üblichen Erklärungen für niedrige Wahlbeteiligung nicht. Geografisch zu weit weg? Die Studentenvertretung wurde vom Bund zu den lokalen Universitäten hin "regionalisiert" - die Wahlbeteiligung stieg um einen heißen Prozentpunkt.
Mangelnde Akzeptanz? Die AK gehört als Teil der Sozialpartnerschaft zu den meistgeschätzten Institutionen des Landes. Die Ursachen müssen anderswo liegen. In allen drei Fällen stehen Institutionen zur Wahl. Kein Gesicht ist mit ihnen verbunden. Es fehlen kantige Persönlichkeiten, die für die großen Linien stehen. Wo ist die Ansage? Wo der Titelverteidiger? Wo der Herausforderer?
Die AK-Wahl etwa zieht sich über fünf Monate, es gibt nicht einmal bundesweite Spitzenkandidaten. Ohne Dramaturgie keine Emotionalisierung. Der letzte, der es (abseits des Sonderfalls Kärnten) schaffte, die Beteiligung bei einer Wahl zu heben, war Erwin Pröll.
Kein Zufall: Sein Name ist ein Begriff.

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