"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Rechtzeitiges Warnlicht"

Der Kuschelkanzler gegen den "Hassprediger" - mehr als ein Wahlmanöver?

Wien (OTS) - Anfang Mai machten Vertreter aller Religionen gegen
die jüngste Hetz-Kampagne der Blauen mobil. Dann holte der Chef der Israelitischen Kultusgemeinde aus: Der Macher der FP-Plakate erinnere an Nazi-Propagandachef Joseph Goebbels. Am Wochenende stieg der Kanzler in den Ring: "Strache ist ein Hassprediger." Der Kuschelkanzler überraschte Freund und Feind mit seinem kraftvollen Rundumschlag.
Wie glaubwürdig ist die Empörung des SPÖ-Chefs drei Wochen vor einem wichtigen Wahlsonntag? Zunächst war es hoch an der Zeit, dass der Kanzler zur unterirdisch tiefen Kampagne der FPÖ klare Worte findet. Wenn es um Ausländerhass geht, hört sich taktisches Kalkül auf. Erst recht, wenn dazu wie jüngst in FPÖ-Propagandatexten noch das frivole Spiel mit antisemitischen Vorurteilen kommt: Alle anderen Partei außer die FPÖ würden "sogar Israel in die EU holen" wollen -als "Handlanger der Amerikaner". Das ist "unsinnig, eine Schande und eine Hetze"(Faymann).
Die Frage bleibt, wie lange diese Entrüstung anhält. Faymann ist hier noch ein unbeschriebenes Blatt. An Deutlichkeit ist das rote Warnlicht des Kanzlers gegen blaue Verhetzung jedenfalls nicht mehr zu übertreffen.

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