VP-Stiftner: Renaturierungsprogramm für Wiens Gewässer ist Stückwerk geblieben

Wiener Bäche sollen wieder an der Oberfläche frei fließen können

Wien (OTS) - "Trotz vollmundiger Ankündigungen seitens der Wiener Stadtregierung schon in den 90er Jahren und eindeutiger Rechnungshofkritik ist es bis heute nicht gelungen Wiens Flüsse und Bäche wieder naturnah zu gestalten", so ÖVP Wien Umweltsprecher Roman Stiftner im Rahmen einer Pressekonferenz zur Renaturierung von Wiens Gewässern.
Zwar habe man den Liesingbach entsiegelt, aber die Wienfluss-Renaturierung könne als nichts anderes als ein Flop bezeichnet werden. Vor einem Jahr wurde das Wienfluss-Projekt vom Rechungshof massiv kritisiert, aber anstatt diese Kritik zum Anlass für einen Neustart zu nehmen, ließ man die ursprünglichen Pläne einfach in der Schublade verschwinden. Ähnliches gelte für die ursprünglich ambitionierte Renaturierung der Wienerwaldbäche, die ebenfalls so gut wie nicht stattgefunden hat.

Generell seien, so Stiftner, die Renaturierungsprojekte in Wien gescheitert. Von den etwa 70 Bächen des Wiener Gewässernetzes seien nur mehr rund 30 Prozent an der Oberfläche zu sehen. "Hier sollte es zumindest zu einer Verdoppelung kommen. Wünschenswert wären 60 Prozent der Bäche frei fließend an der Oberfläche", fordert der VP-Umweltsprecher.

Mit Renaturierungen könnte die Stadt Wien Millionen Euro einsparen

Stiftner forderte zudem eine Trennung der Wienerwaldbäche von der Kanalisation, da dies nicht nur ökologischen Nutzen, sondern für die MA 30 auch einen ökonomischen Nutzen bringen würde. Bei einer solchen baulichen Trennung fiele bedeutend weniger zu reinigendes Abwasser an, was eine jährliche Kostenersparnis von 12 Millionen Euro für die Stadtverwaltung bringen würde.

Mit diesen Einsparungen plus der Einnahmenüberschüsse der MA 30 könnte das gesamte Gewässersystem renaturiert werden. Stiftner forderte daher die Schaffung eines Renaturierungsfonds, der aus den Einnahmenüberschüssen der MA 30 gespeist werden sollte. Aus diesen Mitteln sollten auch Initiativen von Privaten, die sonst auf eine Bodenentsiegelung bei kleinen und großen Bauprojekten verzichteten würden, gefördert werden. Nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sei es wichtig, dass möglichst viel Regenwasser versickere und nicht in die Kanalisation gelange.

Marchfeldkanal zur Sanierung der Alten Donau

Abschließend wies Stiftner auf das Projekt einer Dotierung der Alten Donau durch den Marchfeldkanal hin, da dies die einzige Möglichkeit wäre dieses Stehgewässer nachhaltig zu sanieren. Dieses schon oftmals diskutierte Projekt müsse endlich in Angriff genommen werden. "Es ist daher höchste Zeit die angekündigten und angedachten Projekte nicht nur bruchstückhaft zu realisieren, sondern so durchzuführen, dass sie tatsächlich einen Mehrwert für die Umwelt und diese Stadt bringen können", schloss Stiftner.

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