Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Wie man sozial ins Schwarze trifft (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 17. Mai 2009

Klagenfurt (OTS) - Treffsicher sei er, sein Vorschlag, neue (alte) Aufnahmeverfahren für Gymnasien zu installieren, meint der schwarze Bildungssprecher Werner Amon. Ganz sicher sogar. Nimmt dieses Ansinnen in Form von konkreten Maßnahmen Gestalt an, trifft es -nämlich die Kinder von Eltern aus bildungsfernen Schichten. Wie "amikal" (Copyright Amon) kann etwa ein Gespräch dieser Eltern auf der einen mit den Lehrern auf der anderen Seite sein, in dem Zukunftsprognosen für einen sich entwickelnden Menschen von knapp zehn Jahren erörtert werden?

Ganz zu schweigen von den Dritten im Bunde. Wie ernst genommen darf sich ein Kind fühlen, über das sich eine mit gesellschaftlicher Autorität ausgestattete Person eine antizipierende, jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrende Beurteilung erlaubt? Wer Menschen Entwicklung abspricht, schneidet ihnen die Lebensader ab:
Leben ist ein Prozess, der sich Prognosen entzieht. Sozial treffsicher wirkt ein so schwarzes System allemal, und das zu hundert Prozent.

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