ÖGB-Achitz: AHS-Aufnahmetests würden soziale Selektion zusätzlich verstärken

Bildungswegentscheidungen für 10-Jährige sind viel zu früh

Wien (ÖGB) - "AHS-Aufnahmeverfahren und MigrantInnenklassen an den Schulen wären ein Rückschritt", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB, zu den aktuellen Vorschlägen von ÖVP-Abgeordnetem Werner Amon. Für den ÖGB kommen weder verschärfte Aufnahmeverfahren noch Sonderklassen für MigrantInnen in Frage. "Die Entscheidung für einen Bildungsweg findet in Österreich ohnehin viel zu früh statt. Das sagen so gut wie alle ExpertInnen."++++

"Derzeit sind Kinder aus ArbeitnehmerInnenfamilien in allen weiterführenden Schulformen deutlich unterrepräsentiert. Aufnahmetests, wie auch immer sie gestaltet wären, würden das nur verstärken. Die einzigen Gewinner wären die Nachhilfeinstitute, die schnell Vorbereitungskurse anbieten würden - für diejenigen, die sich das leisten können und wollen", sagt Achitz, "ein zukunftsorientiertes Bildungssystem muss aber unabhängig vom familiären und sozialen Hintergrund effektive Chancengleichheit bieten." Der ÖGB spricht sich dafür aus, dass Bildungswegentscheidungen erst nach der Sekundarstufe I, also mit 14 Jahren, erfolgen.

"MigrantInnen in eigene Klassen zu stecken ist eine Lösung, die zu spät ansetzt. Sprachförderung ist ab dem Kindergarten notwendig, und zwar in Deutsch und in der jeweiligen Muttersprache, dann das ist die Voraussetzung für das Erlernen einer Fremdsprache. Durch die Einführung des verpflichtenden letzten Kindergartenjahres kann das auch besser umgesetzt werden", sagt Achitz.(fk)

ÖGB, 16. Mai 2009 Nr. 298

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001