"profil": Die Eltern eines der Tatverdächtigen von Ebensee im "profil"-Interview

"Er hat bestimmt SPÖ gewählt"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nehmen die Eltern eines der Tatverdächtigen von Ebensee zu den Vorwürfen gegen ihren Sohn Stellung. Die Mutter des 16-jährigen Lehrlings sagt, ihr Sohn habe fast jedes Jahr an der Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des Lagers teilgenommen: "Am Vortag hat es bei den Burschen nur geheißen:
Gehst du mit zur Gedenkfeier?" Die 38-jährige Frau ist bei den sozialdemokratischen Kinderfreunden engagiert: "Mein Sohn ist jetzt bei den Roten Falken Junghelfer." Ihr Sohn habe "bestimmt SPÖ gewählt".

Den Eltern des Burschen, die anonym bleiben wollen, ist unerklärlich, warum er vermummt mit vier Bekannten im früheren KZ-Stollen vor der heurigen Zeremonie am 9. Mai mit einer Soft-Gun geschossen haben soll: "Er hat gesagt, er hat sein Gehirn ausgeschaltet." Ihr Sohn habe bei der Einvernahme durch die Polizei geweint und vor dem Untersuchungsrichter beteuert, "dass er die Konsequenzen nicht bedacht hat, für ihn war es eine Spielerei". Er habe nie rebelliert, zeige daheim stolz seine Werkstücke, der Vater:
"Er ist eigentlich sehr brav."

Zur Frage, ob er mit Neonazis Kontakt hatte, sagte die Mutter des 16-Jährigen im "profil"-Interview: "Ich glaube es nicht. Er kommt von der Arbeit nach Hause und ist dann mit seiner Freundin zusammen." Schießen mit Soft-Guns sei ein Hobby von vielen Jugendlichen in Ebensee. Der 16-Jährige habe keinen Computer und lese "nur Mickey Mouse".

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0011