Betriebsräte: AK fordert einfacheres Wahlverfahren

Linz (OTS) - Heute genau vor 90 Jahren wurde das
Betriebsrätegesetz verabschiedet. Arbeitnehmer/-innen, die durch Betriebsräte vertreten werden, sind mit ihrer Arbeit zufriedener und verdienen mehr. Nur wo eine von der Belegschaft selbst gewählte Interessenvertretung eingerichtet ist, werden Arbeitnehmerrechte auch im vollen Umfang ausgeschöpft.

Das Gesetz von 1919 war eine substanzielle Errungenschaft und ein gewaltiger Fortschritt. Österreich kam damit eine weltweite Vorreiterrolle zu, auf die man stolz sein konnte - das Betriebsrätegesetz war das erste Gesetz dieser Art in der kapitalistischen Welt.

Die Daten des von der AKOÖ erhobenen Österreichischen Arbeitsklima Index zeigen, dass sich eine innerbetriebliche Interessenvertretung auch auf der persönlichen Ebene durch vielfach besser wahrgenommene Rahmenbedingungen und in einer höheren Arbeitszufriedenheit niederschlägt. Das kommt letztlich der Produktivität und somit dem Betriebserfolg zu Gute.

Anhand der deutlich über dem Schnitt liegenden Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und einem unterdurchschnittlichen Überstundenanteil wird die Bedeutung von Betriebsräten deutlich. Während nur 18 Prozent der Beschäftigten mit Betriebsrat häufig Überstunden machen (müssen), beträgt der entsprechende Anteil in der Vergleichsgruppe 24 Prozent.

Einen deutlichen Niederschlag findet die Mitwirkung des Betriebsrats auch bei Gehaltsregelungen. So liegt auch die Einkommenszufriedenheit in Unternehmen mit Betriebsrat deutlich über dem Gesamtschnitt aller Beschäftigten. (63 gegenüber 58 Prozent "sehr" oder "eher" Zufriedener). Dieser subjektive Eindruck wird auch durch harte Fakten bestätigt: Beschäftigte ohne Betriebsrat verdienen durchschnittlich im Monat um netto 57 Euro weniger als von einem Betriebsrat vertretene.

"Ein Betriebsrat bringt allen Beteiligten Vorteile. Die Belegschaft ist zufriedener, das schlägt sich auch auf den Betriebserfolg nieder", betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, "es ist unverständlich, warum sich manche Unternehmer gegen eine Belegschaftsvertretung wehren. Leider gibt es immer solche Fälle."

Die Arbeiterkammer fordert daher, dass das Wahlverfahren zum Betriebsrat vereinfacht wird. Wahlbehinderung und Wahlbeeinflussung durch den Betriebsinhaber/die Betriebsinhaberin sollen endlich mit spürbaren Sanktionen belegt wird. Darüber hinaus soll es ein uneingeschränktes Zutrittsrecht der Gewerkschaft zum Betrieb geben, damit die Beschäftigten besser über ihre Rechte informiert werden können.

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