Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: In die moralische Falle gelockt (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 15. Mai 2009

Klagenfurt (OTS) - Die Abschaffung des Pflegeregresses war ein wichtiger Schritt zur Anerkennung von Pflege als Risiko, das niemand alleine tragen muss, formulierte Michael Chalupka, Direktor der Diakonie, treffend. Darum geht es - niemandem eine Aufgabe aufzubürden, die seelische, körperliche und organisatorische Fähigkeiten eines Einzelnen bei weitem übersteigt. Genau diese "Privatisierung" der Betreuung von Menschen strebt Soziallandesrat Christian Ragger an, wenn er Fortschritte im Pflegebereich sukzessive wieder eliminiert.

Was er verfolgt, ist ein Lenkungseffekt in Richtung "mehr Pflege zu Hause". Gelenkt sollen Frauen werden, die zum Großteil ihre Angehörigen betreuen. Ihnen hängt man die "Schuld" für das so genannte "Abschieben ins Heim" um, obwohl sie sich für ihre Verwandten nur die bestmögliche Betreuung wünschen - in verschiedensten Pflegemodellen. Doch mit der Verlagerung von Erwerbsarbeit in unbezahlte Versorgungs- sprich Frauenarbeit lassen sich einige orange Budgetlöcher stopfen.

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