"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Innsbrucker Euro-Dilettanten" (Von Peter NINDLER)

Ausgabe vom 15. Mai 2009

Innsbruck (OTS) - Eigentor: Ein Jahr nach der Fußball-EURO muss eine Million nachgeschossen werden.
Alle spielten sie im Sturm: Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Platzgummer, Olympiaworld-Chef Michael Bielowski und der ehemalige Wirtschaftslandesrat Hannes Bodner. Sie waren im Vorjahr Tirols EURO-Organisationsspitze. Der EURO-Verein schaffte an, die Olympiaworld führte aus. Und siehe da: Trotz der scheinbar erfolgten Endabrechnung der Olympiaworld vom November klafft sechs Monate später eine Finanzierungslücke von rund einer Million Euro. Die Stürmer schossen offensichtlich aufs falsche Tor.
Wenn schon der Steuerzahler eine zusätzliche Million berappen muss -die Summe würde den Wacker-Damen acht Jahre das Überleben sichern -, dann sollen die drei Herren inklusive EURO-Geschäftsführer Martin Schnitzer doch endlich zu ihrer Verantwortung stehen. Derzeit üben sie sich jedoch im italienischen Catenaccio - im Mauern.
Es gibt viele Erklärungen, aber wenige Antworten. Dass die Verantwortlichen erst jetzt mit der Wahrheit herausrücken, grenzt allerdings an politische Feigheit. Keiner will etwas gewusst haben. Schon bei den Sicherheitskosten haben sich die EURO-Manager verspekuliert. 350.000 mussten bereits im Sommer 2008 nachgeschossen werden - mit einer Notrechtsverordnung der Stadt Innsbruck. Insgesamt betragen die Mehrkosten 1,4 Mio. Euro. Auch wenn eine Klärung noch aussteht - eines steht bereits fest: Entweder stimmte das Budget der Olympiaworld nicht oder der EURO-Verein hat falsch bilanziert. Konsequenzen kann es keine geben, bilden doch Platzgummer und Schnitzer erneut die Speerspitze für die Winterjugendspiele 2012.

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