Absetzbarkeit von Kinderbetreuung. "Schritt in die richtige Richtung"

Wiener Lebensschutzbeauftragte Stephanie Merckens begrüßt Vorstoss von Staatssekretärin Christine Marek

"Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung": Dies betonte die Lebensschutzbeauftragte der Erzdiözese Wien, Stephanie Merckens, im Hinblick auf den Vorstoß von Staatssekretärin Christine Marek zu einer breiten Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Die Möglichkeit, "sowohl die institutionelle als auch die individuelle Kinderbetreuung" von der Steuer absetzen zu können, sei ein wichtiges Bekenntnis zur Wahlfreiheit der Eltern. "Seit langem stört es mich, dass sich die Bedarfsdiskussion über Kinderbetreuungsplätze ausschließlich an den Bedürfnissen der Arbeitswelt orientiert. Dass Kinder je nach Alter, Entwicklung und Charakter ganz unterschiedliche Betreuungsformen brauchen, kam mir immer zu kurz", betonte Stephanie Merckens, die selbst als Rechtsanwältin berufstätige Mutter zweier Kleinkinder ist. Erfreulich sei, dass jetzt - zumindest indirekt - endlich die eigene Kindererziehung als Arbeitserfahrung anerkannt wird. "Und das ist wirklich ein Meilenstein", so die Lebensschutzbeauftragte.

Mit der breiten Absetzmöglichkeit komme Staatssekretärin Marek gleich mehreren langjährigen Forderungen nach. Die Entscheidungskompetenz der Eltern, "die am besten wissen, welche Betreuung für ihre Kinder gut ist", werde gewürdigt. "Gerade am Anfang sind Kinder im Kindergarten oft krank. Was nützt mir da der beste Kindergartenplatz, wenn mein Kind wegen Schnupfen lieber noch zu Hause bleiben sollte", fasste Stephanie Merckens ein häufiges Beispiel aus eigener Erfahrung zusammen.

Für die jeweiligen Anforderungen brauche es "einen guten Mix aus individueller und institutioneller Betreuung". Gerade die Eltern Kindern unter drei Jahren bevorzugten eine Betreuung ihrer Kleinen in den eigenen vier Wänden. Die Erzdiözese Wien habe in diesem Bereich sehr gute Erfahrung mit dem (Leih-)Omadienst des Katholischen Familienverbandes, erinnerte Stephanie Merckens. Familien würden auch gern auf die Hilfe von Babysittern zurückgreifen, gerade bei den Randzeiten oder wenn es um mehrere Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen geht.

Erfreulich sei weiters, dass auch die Betreuung durch Verwandte -zumindest wenn sie nicht im Familienverband wohnen - absetzbar sein soll, betonte die Lebensschutzbeauftragte der Erzdiözese Wien. Damit werde die Betreuung in der Familie gewürdigt. Gerade die Betreuung durch Großeltern oder andere ältere Angehörige fördere den Zusammenhalt zwischen den Generationen und biete Betreuung im familiären Umfeld.

Eine Konkurrenz zwischen den verschiedenen Betreuungsarten zu konstruieren, sei wenig sinnvoll. Deswegen befürwortet Stephanie Merckens auch einen niederschwelligen Zugang zur Absetzbarkeit. Gerade bei der individuellen Fremdbetreuung seien es ja allein die Eltern, die eigens die Betreuungsperson auswählen.

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