Führungspositionen an Universitäten noch immer von Männern dominiert

Mit 40 Prozent-Quote in allen universitären Bereichen Problem entgegen wirken

Wien (SK) - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellte gestern, Mittwoch, bei der Verleihung des Johanna-Dohnal-Förderpreises klar: Obwohl an fast allen heimischen Universitäten mehr weibliche Studierende als männliche zu verzeichnen wären, seien nur 14 Prozent der Professoren weiblich, so die Ministerin. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer betonte, dass der Preis mehr sei, als nur Geld zu geben. Es gehe auch darum, die Frauen in den Mittelpunkt zu stellen. Frauenministerin außer Dienst, Johanna Dohnal, äußerte sich zum Thema Schulen und kritisierte, dass auf politischer und gewerkschaftlicher Seite seit Jahrzehnten gegen eine Reform der LehrerInnenausbildung und des Schulsystems gemauert werde. ****

Die jungen Frauen, die heute ausgezeichnet werden, hätten einen Beitrag geleistet, um die Verwirklichung der Geschlechterdemokratie voranzutreiben. Aber sie seien auch Vorbild für junge Frauen, sich für untypische und technische Studienrichtungen zu entscheiden. Heinisch-Hosek stellte klar: Was den Machtfaktor betreffe, seien die österreichischen Universitäten noch immer von Männern dominiert. Eine 40-Prozent-Quote in allen universitären Bereichen solle dem Problem entgegen wirken. Heinisch-Hosek betonte, dass es für Österreich ebenfalls ein beschämendes Zeichen sei, wie mit Frauen umgegangen werde, die sich für ein Rektorenamt bewerben oder bereits dieses Amt besetzt hätten.

Es gehe darum, in allen Bereichen die Gleichstellung von Frauen voranzutreiben, mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen, Schritte zu setzen, um die Einkommensschere zu verkleinern und mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen zu schaffen, so Heinisch-Hosek. Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass mit dem Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung eine gute Zeit begonnen hätte. Es gehe endlich darum, wie die Gleichstellung umzusetzen sei und bis 2013 einiges bewegt werden könne.

Johanna-Dohnal-Förderpreis sei mehr als nur Geld geben

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer war die Initiatorin des Dohnal-Förderpreises, der als Geschenk an Johanna Dohnal anlässlich ihres 65. Geburtstag galt. Dieser entstand gerade in Zeiten, in denen die Studiengebühren eingeführt wurden. Dohnal hätte sich damals laut und vehement dagegen gewehrt, weil die damalige Situation für Frauen sehr schwierig gewesen sei. Dohnal habe deshalb die Studiengebühren für ein Jahr ersetzt, so Prammer. Dies wären die ersten Förderungen gewesen. Bisher hätte man den jungen Wissenschaftlerinnen Stipendien und Förderpreise in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung gestellt. Insgesamt wären bisher 26 Frauen ausgezeichnet worden, wie Prammer erklärte. Sie betonte, dass der Preis mehr sei, als nur Geld zu geben. Es gehe auch darum, die Frauen in den Mittelpunkt zu stellen, ihnen zu ermöglichen, ihre Arbeit zu präsentieren und vor allem namentlich erwähnt zu werden.

An der Zeit Bildungssystem zu reformieren

Johanna Dohnal sprach gestern das Thema "Schule" an. "Überall höre ich, wie wichtig Investitionen für Forschung und Entwicklung für die Zukunft sind." Wer solle in Zukunft forschen, wenn nicht jene, die sich heute in den Kindergärten, an den Schulen und den Universitäten befänden. Dohnal betonte, dass viele Kinder und junge Menschen die am besten ausgebildeten PädagogInnen und Ausbildungsstätten in denen Lernen Spaß mache, bräuchten. Dohnal stellte klar: "Um die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, ist es jetzt an der Zeit." Dohnal kritisierte, mit welcher Selbstverständlichkeit Banken enorme staatliche Absicherungen kassieren, während von der Bildungsministerin Einsparungen verlangt würden. Niemand könne Dohnal Glauben machen, dass damit ein starres, veraltetes Schulsystem reformierbar wäre.

Die Frauenministerin a.D. erklärte ebenfalls, dass sie kein Problem damit hätte, wenn sich Lehrergewerkschaften für ihre Mitglieder einsetzen und für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Jedoch finde sie es unerträglich, wenn auf politischer und gewerkschaftlicher Seite seit Jahrzehnten gegen eine Reform der LehrerInnenausbildung sowie im Schulsystem gemauert werde. Dohnal wäre froh, wenn endlich das beginnen könnte, was den Namen Reform des Bildungssystems verdienen würde. Ein System, wo optimale Vorraussetzungen für LehrerInnen geschaffen und Investitionen in LehrerInnenausbildung und in die räumliche Ausstattung, getätigt werden würden. Dazu gehören, laut Dohnal, auch pädagogische Konzepte, die Talente fördern. "Alle Kinder müssen dieselbe Chance erhalten", so Dohnal. (Schluss) ab

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