Fünfte Verleihung des Klaus-Liebscher-Preises

Wien (OTS) - Im Rahmen der 37. Volkswirtschaftlichen Tagung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) überreichte OeNB-Präsident Raidl den heuer zum fünften Mal vergebenen Klaus-Liebscher-Preis. Dieser Preis wurde 2005 anlässlich des 65. Geburtstages des damaligen OeNB-Gouverneurs Liebscher in Anerkennung seiner Leistungen für Österreichs Teilnahme an der Europäischen Währungsunion und für die europäische Integration eingerichtet.

Es werden maximal zwei Arbeiten mit jeweils EUR 10.000,-ausgezeichnet, die von jungen Ökonominnen und Ökonomen aus EU-Mitgliedstaaten oder EU-Kandidatenländern verfasst wurden und die sich in hervorragender wissenschaftlicher Weise mit Themen der europäischen Integration und Währungsunion auseinandersetzen. Der Klaus-Liebscher-Preis ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, welche die Oesterreichische Nationalbank zu vergeben hat.

Aus einer Vielzahl hochwertiger Einreichungen wurden zwei Studien von herausragender wissenschaftlicher Qualität und wirtschaftspolitischer Aktualität ausgewählt, nämlich:

1.) "Country Size, Currency Unions and International Asset Returns" von Tarek Alexander Hassan, Universität Harvard, setzt sich mit dem Zusammenhang zwischen Ländergröße und der Rendite von Wertpapieren auseinander. Im Rahmen eines theoretischen Modells kommt Hassan zum Ergebnis, dass Wertpapiere großer Länder niedrigere Renditen aufweisen, da sie aus Sicht der Investoren in einem Portfolio günstigere Versicherungseigenschaften aufweisen. Eine empirische Überprüfung der theoretischen Ergebnisse für eine Gruppe von OECD-Ländern bestätigt dieses theoretische Ergebnis. Kleine Länder haben daher einen Nachteil, weil sie bei gleicher Bonität und Liquidität höhere Renditen zahlen müssen.

2.) "Systemic Risk: Amplification Effects, Externalities and Policy Responses", verfasst von Anton Korinek, Universität Maryland, analysiert die ökonomischen Mechanismen, hinter der aktuellen Finanzkrise. Korinek identifiziert ein strukturelles Problem in der Risikoallokation durch Finanzmärkte: Die Marktpreise spiegeln die Auswirkungen individueller Entscheidungen auf die Risiken des gesamten Finanzsystems, von Ökonomen oft als systemisches Risiko bezeichnet, nicht adäquat wieder. Die Preissignale veranlassen die Marktteilnehmer daher zu einer Übernahme von systemischen Risiken in einem Ausmaß, das aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive nicht optimal ist. Aus dieser Analyse leitet Korinek Prinzipien für eine Reform der Kapitaladäquanzregulierung sowie für das Krisenmanagement ab.

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