Weiterbildung in der Krise - Krise der Weiterbildung?

Verband Österreichischer Volkshochschulen

Wien (OTS) - Erstmals nach Einsetzen der ökonomischen Krise wurde in Österreich eine Erhebung zum Weiterbildungspotenzial und zum Weitebildungsverhalten durchgeführt. Die Krise wirkt sich auf "persönliche Weiterbildung" deutlich negativ aus.

Univ.-Doz. Wilhelm Filla, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen (VÖV), hat über das Linzer market-Institut von Jänner bis März 2009 eine Repräsentativerhebung bei 2.000 Befragten (Fehlerschwankungsbreite +/- 2.24 Prozent) durchgeführt. Die Frage, ob man sich vorstellen kann, innerhalb der nächsten drei Jahre einen Kurs zur "persönlichen Weiterbildung" zu besuchen, wird von 40 Prozent mit "sicher" oder "eher noch vorstellen", das heißt mit ja beantwortet. In der Vergangenheit waren die Vergleichswerte deutlich höher: 2002 55, 1998 57 und 1994 42 Prozent.

Das Weiterbildungsverhalten ist nach den Ergebnissen der von Wilhelm Filla konzipierte Befragung deutlich rückläufig. Auf die Frage, ob sich jemand derzeit oder innerhalb der letzten 6 Monate weitergebildet hat oder es in den nächsten 6 Monaten "sicher vorhat", also "unmittelbar weiterbildungsaktiv ist", antworteten 24 Prozent mit "ja", 2002 waren es 36 Prozent. Frauen liegen mit 26 Prozent etwas über den Männern mit 22 Prozent. Bei den Grundschulabsolventen sind 15 Prozent "unmittelbar weiterbildungsaktiv", bei den Befragten mit Matura oder Universitätsabschluss 40 Prozent.

Der rückläufigen Entwicklung liegen materielle Ursachen zugrunde. Weiterbildungsformen, deren Inanspruchnahme mit Kosten verbunden ist, zum Beispiel Kurse, sind rückläufig, Weiterbildungsmöglichkeiten, die keine Kosten verursachen, wie der Konsum von Bildungssendungen im Fernsehen, werden sogar mehr genützt.

Das Internet ist als Bildungsmedium bei den Österreicher/innen noch nicht angekommen. Zu Bildungszwecken nutzen es 26 Prozent der "Weiterbildungsaktiven", 2002 waren es 25 Prozent.

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