Wien: Katholische Aktion bedauert anti-islamische Agitation

KA-Präsidentin Buzzi ruft im Hinblick auf die Auseinandersetzung um das islamische Gemeindezentrum in der Brigittenau zu "Dialog statt Demonstration" auf

Wien, 14.05.2009 (KAP) Die Katholische Aktion (KA) der Erzdiözese Wien bedauert, dass der Ausbau eines islamischen Gemeindezentrums in Wien-Brigittenau zum Anlass genommen wird, "um Zwietracht zu säen". Dem Eigentümer, der "Türkisch-Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich" (ATIB), könne in dieser Hinsicht jedoch kein Vorwurf gemacht werden, stellte die Präsidentin der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien, Christa Buzzi, fest: Es seien seitens der ATIB verschiedenste Dialogversuche unternommen worden, u.a. durch die Errichtung eines Infopoints. Auch die Katholische Aktion habe dieses Angebot wahrgenommen und sich über das von rechtspopulistischer Seite kritisierte Projekt informiert. Bei dem geplanten Ausbau gebe es "natürlich ein zusätzliches Besucheraufkommen"; dieses liege aber "durchaus in einem akzeptablen Rahmen".

Für Muslime sei es wie für jede andere Religionsgemeinschaft wichtig, eigene Sozial- und Bildungseinrichtungen in guter Lage zu haben, so Buzzi. Das sei auch bei Katholiken, Orthodoxen, Protestanten oder Juden so. "Es braucht in Wien ein friedliches Zusammenleben aller Religionsgemeinschaften", betonte die KA-Präsidentin. Dazu müsse von allen Seiten der Dialog verstärkt werden, "denn nur gemeinsam können wir in dieser Stadt das Leben gestalten".

Besonders an die "Bürgerinitiative Dammstraße" appellierte Buzzi, mehr auf Dialog zu setzen. Die laut Eigendeklaration "parteiunabhängige" Organisation "engagierter Bürgerinnen und Bürger" macht mit dem Slogan "Moschee Ade" Stimmung gegen das Bauprojekt, weil es einer "weiteren Islamisierung" der "engeren und weiteren Heimat" diene; für Donnerstag hatte die Initiative zu einem Protestmarsch gegen das Projekt aufgerufen. Auf ihrer Website betont die Initiative, zur freien Religionsausübung in Österreich zu stehen; "wo aber der Versuch eines Miteinanders scheitert, Integration zur Invasion und das Angebot der Teilnahme an unserer Gemeinschaft zu deren Übernahme führt", müsse Toleranz aus Gründen des Selbstschutzes enden. "Wo der Halbmond aufgeht, geht das goldene Wienerherz unter", so ein Slogan der Initiative.

Als Gegenmodell zu derartigen Polarisierungen verweist die KA der Erzdiözese Wien auf die von ihr mit initiierte "Plattform Christen und Muslime". Diese Plattform versuche, der christlichen Überzeugung zu entsprechen, "dass das friedliche Zusammenleben der Menschen ein zentraler Punkt sein muss und nicht der Kampf gegeneinander". (Informationen: Internet: www.christenundmuslime.at).

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