BIFIE: Zur frei erfundenen Beschuldigung einer "Sex-Befragung"

PISA-Erhebung fragt nicht nach sexuellen Erlebnissen

Wien (OTS) - Die Angriffe auf die internationale PISA-Studie
nehmen inzwischen abenteuerliche Ausmaße an. So wurde inzwischen auch von mancher Seite behauptet, in PISA würden die 15-/16-Jährigen nach "sexuellen Erlebnissen" und "intimen Details" gefragt.

Das BIFIE stellt dazu in aller Klarheit fest: Das ist nicht der Fall. Es gibt in den PISA-Erhebungen keine Frage zu "sexuellen" Erlebnissen oder ähnlich intimen Details der Schüler/innen. Alle diesbezüglichen Behauptungen sind frei erfunden.

Zur Sache: Die derzeit noch an einigen wenigen Schulen laufende PISA-Erhebung 2009 wird von einem kurzen nationalen Zusatzfragebogen ergänzt, den ein Konsortium mehrerer Universitäten unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Ferdinand Eder (Universität Salzburg) verantwortlich erstellt hat. In einem Teil dieses Zusatzbogens (bei einem Viertel der Schüler/innen) befinden sich Fragen zum sozialen Umfeld der 15-/16-jährigen Schüler/innen und u.a. wird dort die Frage gestellt: "Hattest du im letzten Jahr eine feste Freundin/einen festen Freund?"

Diese Fragen wurden von Frau Univ.Prof. DDr. Christiane Spiel (Universität Wien) in den Bogen eingebracht und mit dem Konsortium abgestimmt. Frau Prof. Spiel ist eine anerkannte Bildungspsychologin und Sozialforscherin und mit diesem Forschungsfeld bestens vertraut. Ihr zu unterstellen, sie hätte bei den 15-/16-Jährigen kein seriöses wissenschaftliches Forschungsinteresse, sondern eine "Sex-Befragung" oder die Ausforschung "intimer Details" im Sinne, entbehrt sicher jeglicher Grundlage. Das BIFIE weist jedenfalls alle Beschuldigungen entschieden zurück.

Die Bundeselternvertreter/innen haben - ohne großen medialen Aufwand - bereits vor mehreren Tagen mit dem Bundesinstitut (und den beteiligten Forscher/innen) eine vernünftige Vereinbarung geschlossen, nach der es demnächst zu einem Treffen kommt, bei dem über die konkreten Inhalte des Zusatzbogens der Universitäten (und nicht über Vermutungen) gesprochen und die Kommunikation solcher Fragebögen in der Zukunft mit dem BIFIE diskutiert wird.

Sollten die Elternvertreter/innen dem BMUKK die Empfehlung geben, dass einzelne Fragen der Forscher/innen hinsichtlich des Inhalts oder der Fragestellung bei den 15-/16-Jährigen nicht angemessen wären, kann die Löschung dieser Fragen aus dem Datensatz erfolgen - auf Entscheidung des BMUKK, nachdem dieses auch den Nationalen Zusatzteil für PISA beauftragt hat.

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Zentrumsleiterin Dr. Claudia Schreiner
Tel.: 0662 - 620088 - 3010
c.schreiner@bifie.at

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