Kollross: Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten muss um soziale Treffsicherheit erweitert werden!

Pädagogische Vorgaben sind für Kinderfreunde NÖ zu wenig weitgehend!

St. Pölten (OTS) - "Prinzipiell immer zu begrüßen sind Maßnahmen, die in die Bildung und Betreuung, also in Richtung Verbesserung der Lebensrealitäten unserer Kinder, gehen", merkte der Landesvorsitzende der Kinderfreunde NÖ, Andreas Kollross, im Zuge der Debatte um die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten an.

Der derzeit vorliegende Vorschlag sei aber zu wenig weitgehend. Vor allem fehlt es ihm an sozialer Treffsicherheit: "Die Schieflage, die wir hier vorfinden, zwischen Eltern, die jeden Euro mehrmals umdrehen müssen, und jenen Eltern mit höherem Einkommen muss schleunigst in Ordnung gebracht werden", so Kollross weiter: "Kinder aus ärmeren Haushalten, von denen es in unserer Gesellschaft leider immer mehr gibt, haben von diesem Vorschlag genau nichts. Wo nichts ist, kann auch nichts abgesetzt werden." Aber gerade diese Kinder bräuchten vor allem auch in den Sommermonaten zum Beispiel Ferienaufenthalte, die sich aber ihre Eltern nicht leisten können, genau so wenig, wie sie es sich leisten können, selbst mit ihren Kindern Urlaub zu machen.

Dass es sich hierbei um kein Randthema handelt, beweisen leider sehr eindrucksvoll die Zahlen des Armuts- und Reichtumsbericht. 62.000 Kinder aus Niederösterreich sind demnach entweder direkt von Armut betroffen oder leben an der Armutsgrenze. In diesem Zusammenhang verweist der Kinderfreundevorsitzende auf die aktuelle Initiative der Kinderfreunde NÖ unter dem Motto "Ferien von der Krise", bei der Kinder aus sozial schwachen Familien gratis von den Kinderfreunden auf Erholungsurlaub eingeladen werden. Mehr dazu auf www.ichhabwasgegenarmut.at.

Der Vorschlag ist aber auch aus anderen Gründen abzulehnen. Geradezu absurd ist der Plan, nach einem achtstündigen Kurs von pädagogisch geschultem Personal zu sprechen. Hier zeigt sich einmal mehr, dass der Stellenwert professioneller pädagogischer Arbeit in Österreich noch immer sehr gering ist, so Kollross: "Es hat den Anschein, dass es hier im Wesentlichen darum geht, Haushaltshilfen und Kindermädchen von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen. Um pädagogische Betreuung und Bildung kann es bei dieser Regelung sicher nicht gehen."

Anstelle komplizierter Absetzbarkeitsregelungen fordern die Kinderfreunde die kostenlose Kinderbetreuung vom ersten Lebensjahr an. Als erster Schritt sollte dabei der Gratiskindergarten auch am Nachmittag in Niederösterreich auf der Tagesordnung stehen. Diese Maßnahme kommt allen Familien und Kindern zu Gute - egal, wie gut gefüllt die Brieftasche der Eltern ist.

Die geplante Form der Absetzbarkeit ist unserer Meinung nach auf jeden Fall abzulehnen, weil es jene nicht berücksichtigt, die es ohnehin schwer haben, so Kollross abschließend, "das Mindestes, worum diese Regelung ergänzt gehört, ist eine spürbare Negativsteuer, damit auch jene mit geringem Einkommen, die aufgrund ihrer Einkommenssituation keine Steuern zahlen, ebenfalls in den Genuss der Unterstützung kommen."

Rückfragen & Kontakt:

Kinderfreunde NÖ
Kastelicgasse 2
3100 St. Pölten
Tel.: 0664/1426066

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN0001