WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die Dynamik der österreichischen Familienbetriebe - von Wolfgang Unterhuber

Die Unternehmen brauchen jetzt flexible Sozialpartner

Wien (OTS) - Familienunternehmen werden gemeinhin als das Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet. Sie werden mit Solidität und Vertrauenswürdigkeit assoziiert. Dynamik ist dabei nicht die herausragendste Eigenschaft, die einem zu Familienbetrieben einfällt. Ein falscher Standpunkt. In der Fußball-Sprache könnte man sagen: Familienbetriebe sind das Mittelfeld. Je nach Lage offensiv oder defensiv eingestellt - sehr dynamisch also. Der diesjährige bundesweite Sieger der besten Familienunternehmen Österreichs, Neuhofer Holz, beweist das eindrucksvoll. In der aktuellen Krise wird das Unternehmen vermutlich auch heuer beim Umsatz sein Vorjahresniveau halten können. Das geht nur, wenn ein Unternehmen auf dramatische Marktveränderungen dynamisch reagiert.

Ohne Flexibilität und Dynamik wird es in der gegenwärtigen Situation für einen Betrieb ohnehin kein Überleben geben. Diese Woche berichtete ja die Creditreform Wirtschaftsforschung, dass die Krise bei den KMU voll zugeschlagen hat. Die KMU - das sind in der Regel Familienbetriebe. Eines ist klar: Die Rezession wird uns sicher auch 2010 beschäftigen. Da braucht es einen langen Atem. Und nach wie vor Mut und Optimismus.

Die WirtschaftsBlatt-Redaktion wurde in diesem Zusammenhang mehrfach gefragt, ob es denn überhaupt einen Sinn macht, in Zeiten wie diesen die besten Familienunternehmen zu küren. Die Antwort kann nur ein klares Ja sein. Gerade jetzt ist es wichtig, die Besten der Besten vor den Vorhang zu holen, ihre Leistungen aufzuzeigen und ihre Dynamik zu dokumentieren. Denn gerade die Familienbetriebe sind es, die in einer sich verschärfenden Lage auf dem Arbeitsmarkt noch am ehesten zur allgemeinen Arbeitsplatzsicherheit beitragen können.

Allerdings werden sie dabei die Hilfe der Politik und der Sozialpartner brauchen. Ein Beispiel: Das bestehende Modell zur Kurzarbeit ist eine gute Lösung, wirkt aber nur vorübergehend und ist für die Betriebe auf die Dauer zu teuer. Vernünftiger wäre es, wenn ein Betrieb seinen Arbeitnehmern nur soviel bezahlt, wie auch tatsächlich gearbeitet wird. Zusätzlich könnten die Arbeitnehmer noch Ausgleichszahlungen vom AMS erhalten. Und Konjunkturpakete dürfen nicht dazu verwendet werden, um veraltete Strukturen künstlich am Leben zu erhalten. Wie gesagt: Hier müssen die Sozialpartner Dynamik beweisen. Eine Dynamik, die gerade jetzt von vielen österreichischen Familienunternehmen vorgelebt wird.

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