Neues Volksblatt: "Provokation" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 14. Mai 2009

Linz (OTS) - Die erste Schnüffel-Aktion des Bundesinstituts für Bildungsforschung, kurz BIFIE genannt, im Leben der Schüler und Eltern mittels Zusatzfragebogen zu den Bildungsstandard-Tests mag noch als Betriebsunfall übereifriger Wissenschafter durchgehen. Dass aber jetzt, nach einem Sturm der Entrüstung, der die Schnüffel-Fragen aus den Fragebögen geweht hat, ähnliche und teilweise noch viel intimere Fragen, etwa nach dem Sexleben der Schülerinnen und Schüler, als "Begleitmusik" zu den PISA-Tests auftauchen, ist eine Provokation.
Die Hartnäckigkeit, mit der das BIFIE ins Leben der Kinder und ihrer Familien eindringen will, wirft Fragen auf: Was will man damit? Wer zahlt das? Wer hat Zugang zu den Daten? Wie steht es um die Anonymität? Und: Hat Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) den Auftrag für die Aktion gegeben?
Im BIFIE-Gesetz heißt es nämlich ausdrücklich: "Forschungsprojekte ... und andere vom zuständigen Regierungsmitglied ... genehmigte Erhebungen werden in dessen direktem Auftrag durchgeführt. Bei Erhebungen an Schulen untersteht das BIFIE den Anordnungen des zuständigen Regierungsmitgliedes."
Daher die Frage: Haben Sie die Schnüffel-Fragen in den Schulen angeordnet, Frau Ministerin; und wenn ja, warum?

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