Darabos: Kampf gegen Doping und Bewegungsinitiativen für die Jugend Budget-Unterausschuss setzt Beratungen mit Sportkapitel fort

Wien (PK) - Nach dem Kapitel "Militärische Angelegenheiten" wurde der Bereich Sport, der im selben Ministerium angesiedelt ist, im Budget-Unterausschuss behandelt. Dafür stehen in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 100,8 Mio. € bzw. 111,5 Mio. € zur Verfügung (die Einnahmen betragen jeweils 0,2 Mio. €). Der zuständige Minister Norbert Darabos ging auf die zahlreichen Fragen der Ausschussmitglieder ein, die sich u.a. mit der Förderung des Spitzen- und Breitensports, dem Kampf gegen Doping, den Bewegungsinitiativen für Jugendliche, dem ÖOC und dem Rückbau der Fußballstadien für die Euro 08 beschäftigten.

Abgeordneter Andreas Karlsböck (F) befasste sich mit dem Thema Doping und erkundigte sich danach, ob eine spezielle Einrichtung für die wissenschaftliche Grundlagenforschung in diesem Bereich geplant sei. Ein großes Anliegen seines Fraktionskollegen Christian Höbart war es, dass Jugendliche dazu motiviert werden, vermehrt Sport zu betreiben. F-Mandatar Mario Kunasek wollte Aufklärung hinsichtlich des Budgetpostens für den Rückbau der Stadien für die Fußball-Europameisterschaft 2008, während seine Kollegin Edith Mühlberghuber (F) den Schulsport ansprach.

Abgeordneter Peter Haubner (V) hob die ausgezeichnete Struktur im Bereich des Sports in Österreich hervor und lobte die Arbeit der 13.000 Vereine und der über 100.000 ehrenamtlichen Mitarbeiter. Froh zeigte er sich auch darüber, dass die Mittel für die besondere Sportförderung in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt wurden. Er setzte sich dafür ein, den Bürokratieabbau im Förderbereich voranzutreiben. Sein Fraktionskollege Jochen Pack kam auf die Finanzierung der Schi-WM 2013 in Schladming sowie auf den Bau des Schwimmbades in Graz-Eggenberg zu sprechen.

Abgeordneter Robert Lugar (B) wollte vom Minister wissen, ob er bei Professor Hans Holdhaus, der auch Dopingkontrollen machte, keine Interessenkonflikte sehe. Schließlich sprach er noch eine Dopingliste an, die in einem Artikel des Magazins "Die Zeit" erschienen ist. Abgeordneter Stefan Markowitz (B) wollte Näheres zur Initiative "Sportler für den Sport" wissen, Abgeordneter Kurt List (B) erkundigte sich bezüglich einer Prüfung der Bundessportförderung durch den Rechnungshof.

Abgeordneter Peter Wittmann (S) gab zu bedenken, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Übergewicht aufweisen, was sich nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht negativ auswirken wird. Abgeordneter Johann Maier (S) thematisierte die steuerlichen Freibeträge für Aufwandsentschädigungen von Sportlern und Betreuern; Abgeordnete Andrea Gessl-Ranftl (S) bezog sich in ihrer Wortmeldung auf das Gender-Mainstreaming im Sportbereich.

Abgeordneter Dieter Brosz (G) wies darauf hin, dass der ÖOC eine Liegenschaft in Oberwaltersdorf um 1,2 Mio. € erworben hat und fragte, ob dies wirklich notwendig war. Weiters wünschte er sich eine Änderung der Förderkriterien in Richtung mehr Transparenz. Sodann kam er noch auf die "Schlager-Akademie" sowie auf die Förderung des Schulsports zu sprechen. G-Abgeordneter Harald Walser befasste sich mit dem Rückbau der Fußballstadien, die für die Fußball Europameisterschaft im Jahr 2008 gebaut wurden.

Darabos: Kein Widerspruch zwischen Breiten- und Spitzensport

Bundesminister Norbert Darabos zeigte sich erfreut darüber, dass sich sogar in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Mittel für die besondere Sportförderung (3 % des Umsatzerlöses der Österreichischen Lotterien) auf insgesamt 72 Mio. € erhöht haben.

Ein grundlegendes Bekenntnis legte der Minister sowohl zur Förderung des Breiten- als auch des Spitzensports ab, die seiner Meinung nach nicht im Widerspruch stehen, sondern von denen wechselseitig Impulse ausgehen. Als wichtig erachtete Darabos die Nachwuchsförderung im Leistungssport (z.B. die Unterstützung von Modellen in Verbindung mit den Schulen), wofür 600.000 € bereit stehen, sowie die spezielle Förderung von Frauen im Sport (z.B. 300.000 € für Gender-Mainstreaming-Maßnahmen).

Eine Neuausrichtung wurde beim bisherigen Programm "Top Sport Austria" eingeleitet, das nun in "Team Rot-Weiß-Rot" umbenannt wurde. Dabei handle es sich um das mit 3,2 Mio. € dotierte Spitzensportförderprogramm des Ministeriums, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Leistungsfähigkeit der besten österreichischen Athleten und Athletinnen zu optimieren und durch gezielte Maßnahmen das Trainingsumfeld zu verbessern. Man habe zudem großen Wert darauf gelegt, dass Experten aus den wichtigsten sportrelevanten Bereichen, wie etwa Professor Hans Holdhaus, der ein international anerkannter Wissenschaftler ist, in den Beirat berufen werden. Der Rückgang bei den Budgetzahlen für diesen Punkt lasse sich durch den Umstand erklären, dass von den im Vorjahr veranschlagten 4,7 Mio. € für Top Sport Austria nur 3 Mio. € ausgeschöpft wurden. Zur Initiative "Sportler für den Sport" merkte Darabos erfreut an, er sei stolz, dass sich ehemalige Weltklassesportler ehrenamtlich dazu bereit erklärt haben, über Zukunftsperspektiven nachzudenken. Alle zwei bis drei Monate werde es ein Treffen geben, wobei in Untergruppen wie z.B. "Sport und Jugend" (geleitet von Alexander Antonitsch ) oder "Sportstätten und Trainingsumfeld" (geleitet von Werner Schlager) Vorschläge erarbeitet werden sollen.

Bezüglich der Wortmeldung des Abgeordneten Dieter Brosz (G) führte Darabos aus, dass er die Tischtennis-Akademie von Werner Schlager für ein tolles Projekt halte, das auch mit regelmäßigen Raten unterstützt werden soll. Mit dem Hauskauf des ÖOC sei er selbst nicht ganz glücklich, räumte er ein. "Wir brauchen den ÖOC", bekräftigte der Minister, aber er sei bereit, über Reformen zu reden.

Ein zentrales Anliegen von Darabos war die Förderung von jungen Menschen, weshalb die Bewegungsinitiativen in den Kindergärten und Schulen (z.B. "Kinder gesund bewegen") ins Leben gerufen wurden. Bezüglich der Einführung der täglichen Turnstunde an den Schulen, an der bisher leider noch jeder Minister gescheitert sei, werde er Gespräche mit seiner Ressortkollegin Claudia Schmied führen und sich weiter dafür einsetzen. Er halte jedenfalls die Tatsache für bedenklich, dass sich z.B. das durchschnittliche Gewicht der jungen Männer bei der Musterung beim Bundesheer in den letzten zehn Jahren um drei Kilo erhöht hat. Während früher nur 3 % der Rekruten über 100 Kilogramm aufwiesen, sind es jetzt bereits 6 %, zeigte Darabos weiter auf.

Die Bekämpfung des Einsatzes von Dopingmitteln sowohl im Spitzen- als auch im Breitensport war ein vorrangiges Anliegen von Bundesminister Darabos. Auch wenn keine spezielle Einrichtung für die wissenschaftliche Grundlagenforschung angedacht sei, so konnten die Gelder für die NADA (Nationale Anti-Doping Agentur Austria) auf 1,3 Mio. €, die gemeinsam mit den Ländern aufgebracht werden, erhöht werden. Im Vergleich zu Deutschland etwa, wo 5 Mio. € in diesem Bereich eingesetzt werden, stehe man daher nicht schlecht da, meinte der Ressortchef. Was die konkrete Arbeit angeht, so sollen neben der Ausweitung der Blutkontrollen auch die Präventionsarbeit, die Information und die Durchführung von Kampagnen intensiviert werden. Er habe auch eine so genannte Querschnitt-Arbeitsgruppe Anti-Doping eingerichtet, wo gemeinsam mit Experten aus dem Gesundheits-, dem Justiz-, dem Innen- und dem Finanzministerium zukünftige Strategien entwickelt werden sollen. Sehr positiv beurteilte der Minister, dass es auch im Breitensport ein Umdenken gibt; so habe etwa der Triathlon-Verband beschlossen, bei Hobby-Veranstaltungen Kontrollen durchzuführen. Was die vom B-Abgeordneten Robert Lugar angesprochene "ominöse Dopingliste" betrifft, so sei ihm keine bekannt, erklärte Darabos. Er habe diesbezüglich auch im BKA nachgefragt.

Was den Rückbau der Stadien, die für die Fußball-Europameisterschaft 2008 ausgebaut wurden, betrifft, so gebe es Verträge, die von seinen Vorgängern ausgehandelt und leider nicht wirklich zu Gunsten der Republik abgeschlossen wurden, bedauerte der Bundesminister. Er sei nicht glücklich darüber, wenn Millionenbeträge für die Zerstörung von Infrastruktur aufgewendet werden müssen, aber man müsse sich an die Verträge halten. Allerdings gebe es derzeit nur in Klagenfurt und Innsbruck Pläne, die Stadien zurückzubauen, Salzburg habe davon Abstand genommen. Die frei werdenden Mittel (im Falle von Salzburg) sollen für andere Zwecke im Bereich des Sportstättenbaus verwendet werden. Insgesamt wurden für die Europameisterschaft im Zeitraum 2004-2008 75 Mio. € für Infrastrukturmaßnahmen aufgebracht.

Die Schi-WM 2013 in Schladming werde eines der wichtigsten heimischen Sport-Events in den nächsten Jahren sein, bekräftigte Minister Norbert Darabos. Der Bundesanteil werde etwa 20 bis 22 Mio. € betragen, zusätzlich komme es noch zu Investitionen im semisportlichen Bereich. Vor allem in vier Bereichen sollen Adaptierungen vorgenommen werden, und zwar hinsichtlich des WM Stadions Planai, der Planai-Bahn, der Athleten-Area sowie des Medienzentrums. Bei der Kostenaufteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden wurde ein Schlüssel von 40:40:20 vereinbart.

Schließlich informierte Darabos noch darüber, dass für das Schwimmbad Graz-Eggenberg, das wettkampftauglich gebaut werden soll, 6 Mio. € als Bundesbeitrag budgetiert sind. Sichergestellt sei auch der steuerliche Freibetrag in der Höhe von 540 € pro Monat für Sportler, Trainer und Betreuer; eine ähnliche Lösung gebe es im Bereich der Sozialversicherung (Frage des Abgeordneten Johann Maier, S). Dem B-Abgeordneten Kurt List teilte er noch mit, dass der Rechnungshof bereits mit der Prüfung der Bundessportförderung begonnen habe. (Schluss Sport/Forts. Inneres)

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