"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Sie bewegen sich doch"

Bei schulfreien Tagen zeigen Lehrervertreter Flexibilität. Hoffentlich nicht nur da.

Wien (OTS) - Soll noch einer sagen, die Lehrergewerkschafter sind unnachgiebig. Beim vorgestrigen Schulgipfel sind sie sogar vor den machtlosen Schülervertretern in die Knie gegangen. Die haben durchgesetzt, dass es an schulautonomen Tagen auch künftig keinen klassischen Unterricht gibt. Das hatten die Lehrervertreter im Streit mit Ministerin Claudia Schmied vorgeschlagen - als Gegenleistung dafür, dass sie nicht zwei Stunden länger pro Woche unterrichten müssen.
Diese Flexibilität sollten die Lehrervertreter auch bei den anstehenden wirklich wichtigen Fragen im Bildungsbereich zeigen. Etwa wenn es darum geht, sicherzustellen, dass nur noch Pädagogen in den Klassen stehen, die für den Job geeignet sind. Wenn es darum geht, ein neues Dienstrecht einzuführen, das auch alte Privilegien beseitigt. Wenn es darum geht, das Schulsystem durchlässiger zu machen und Ausbildung sowie Bezahlung der Lehrer zu vereinheitlichen. Nach dem erfolgreichen Gipfel zu den schulautonomen Tagen wollen wir aber das Beste für die Zukunft hoffen - und nicht gleich unterstellen, dass die Lehrer gegenüber den Schülern nur deshalb nachgegeben haben, weil es auch in ihrem Sinne ist, dass schulautonome Tage unterrichtsfrei bleiben.

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