Investitionen in frühkindliche Förderung erhöhen!

Hochkarätige WKÖ-Veranstaltung diskutiert Situation und Maßnahmen im Bereich Förderung und Betreuung von Kindern

Wien (pwk370) - Als "Investition in das Kapital der Zukunft", bezeichnete heute, Mittwoch, die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, frühkindliche Förderung im Rahmen einer Veranstaltung in Wien. Wissen schaffe Gestaltungsmöglichkeiten und sei damit Voraussetzung für unternehmerisches Handeln. Das auf Einladung der WKÖ abgehaltene Expertentreffen war mit Familien-Staatssekretärin Christine Marek sowie Bildungsfachleuten aus dem In- und Ausland, wie unter anderem mit Karin Mosler, Präsidentin der europäischen Gesellschaft für interdisziplinäre Frühförderung, und mit Sonja Stuchtey, Geschäftsführerin der Science-Lab GmbH München, hochkarätig besetzt.

Die ersten Jahre sind entscheidend für das Leben

Wie wichtig die ersten Jahre in der Entwicklung eines Kindes sind, zeigen unterschiedliche internationale Studien. Denn in diesem Alter sind Kinder besonders neugierig, wissbegierig und lernbereit und damit werden die Grundlagen für die künftige Schul- und Berufslaufbahn gelegt. Die Wirtschaftskammer setzt sich daher stark für die frühkindliche Förderung ein. Denn Mängel die in dieser Zeit passieren, haben aber leider gravierende Auswirkungen: So beklagen viele Betriebe teilweise große Defizite der Schulabgänger in Allgemeinbildung, mündlicher und schriftlicher Ausdrucksfähigkeit sowie in den Grundqualifikationen Rechnen, Schreiben und Lesen. Dies führt dazu, dass eine Reihe von Ausbildungsplätzen aufgrund mangelnder Qualifikationen der Bewerber nicht oder nur schwer besetzt werden können.

Ausbildungsbetriebe appellieren daher auf eine stärkere Förderung dieser Grundqualifikationen. Die Defizite sind aber nicht nur den Schulen zuzuschreiben. Ausbildner machen auch zunehmend Eltern dafür verantwortlich. Denn für den Erwerb von Kompetenzen wie persönliches und soziales Verhalten sowie Motivation tragen in erster Linie die Eltern die Verantwortung - alles kann nicht an die Schule delegiert werden.

Aus einem Euro werden vier - wenn man Kinder fördert

Aus qualifizierten Studien aus Deutschland ist bekannt, dass ein volkswirtschaftliches Kosten-Nutzen-Verhältnis in der frühkindlichen Förderung von eins zu vier besteht. Das bedeutet: Für einen Euro, der in den frühkindlichen Bereich investiert wird, bekommt man einen volkswirtschaftlichen Nutzen von vier Euro zurück. Der gemessene Nutzen basiert auf den höheren Sozialversicherungseinnahmen, Steuereinnahmen und dem höheren Lebensarbeitszeiteinkommen. Eine Studie aus Deutschland zeigt zudem, dass Investitionen in die frühkindliche Förderung die Quote jener, die eine Schulklasse wiederholen müssen, deutlich reduzieren. In Deutschland verursachen "Sitzenbleiber" jedes Jahr zusätzliche Kosten von 1,5 Milliarden Euro. Umgelegt auf Österreich sind das immerhin rund 150 Millionen Euro unnötige Ausgaben.

Österreich muss Kinder besser fördern

Weil Österreich vor allem in der Betreuung und Förderung von Kindern hinter anderen Ländern nachhinkt, haben die Sozialpartner einen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Dieser schlägt vor:

  • Allen Schülerinnen und Schülern soll eine optimale individuelle Förderung nach ihren Stärken und Fähigkeiten zuteil werden.
  • Kinder müssen nach der Pflichtschule über fundierte Kompetenzen in den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen, Englisch und IKT-Basiskenntnisse verfügen sowie grundlegende Sozialkompetenzen erworben haben.
  • Ganztägige flächendeckende Betreuungsangebote
  • "Individualisierung des Unterrichts", das heißt eine gezielte Förderung von schwachen und Forderung von starken Leistungen von Schülerinnen und Schüler.
  • Die Ausarbeitung eines nationalen Rahmenbildungsplanes für Kindergärten.

"Dies ist erst der Anfang, es gibt noch sehr viel zu tun. Die Wirtschaftskammer appelliert deshalb an alle Verantwortlichen, gemeinsam die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen um unseren Kindern Flügel zu verleihen", so Generalsekretärin Hochhauser. (US)

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