Faire Einkommen statt Lohnverzicht

Linz (OTS) - Die starre Haltung der Unternehmen bei den aktuellen Lohnverhandlungen ist mehr als zynisch. Die Hälfte der Beschäftigten kommt schon jetzt gerade noch oder gar nicht mit dem Einkommen aus, wie Befragungen im Rahmen des Arbeitsklimaindex zeigen. "Faire Einkommen statt Lohnverzicht!", fordert deshalb AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer, der den heutigen Gewerkschaftsprotest gegen Nulllohnrunden und Lohnverzicht unterstützt und an der Demonstration in Wien teilnehmen wird.

Gerade angesichts des weltwirtschaftlichen Abschwungs gilt es, die Kaufkraft der Menschen zu stärken. "Die Beschäftigten haben sich faire Lohnerhöhungen und sichere Arbeitsplätze verdient", stellt der AK-Präsident klar, der von den Unternehmen soziale Verantwortung einmahnt. Immerhin haben die Unternehmen die letzten Jahre gut verdient, den Arbeitnehmern/-innen wurden die Produktionssteigerungen aber bei weitem nicht abgegolten.

155.000 arbeiteten Vollzeit für weniger als 1.200 Euro brutto Noch im Jahr 2007 verdienten trotz ganzjähriger Vollzeitarbeit fast 155.000 Arbeiter/-innen und Angestellte österreichweit weniger als 1200 Euro brutto monatlich. In Oberösterreich sind es rund 28.100. Bei der Hälfte der Betroffen lag der Bruttolohn sogar unter 1000 Euro. "Ich trete für eine nachhaltige und solidarische Lohn- und Gehaltspolitik ein, das gehört zu einer wirksamen Antikrisenpolitik", so Kalliauer. Die Erfolge der letzten Jahre sind gemeinsam erwirtschaftet, aber ungerecht verteilt worden. Denn real (inflationsbereinigt) und netto (nach Abzug von Steuern und Abgaben) hatte ein/e Arbeitnehmer/-in im Jahr 2008 durchschnittlich nur etwa drei Prozent mehr im Börsel als ein/e Beschäftigte/r des Jahres 1998. Trotz einer um rund 14 Prozent höheren Wertschöpfung je Erwerbstätigem/-r.

"Eine Nulllohnrunde sichert keine Arbeitsplätze sondern schwächt die Kaufkraft der Menschen und somit die gesamte Wirtschaft", sagt Kalliauer und erinnert daran, dass Lohnerhöhungen oder das Urlaubs-und Weihnachtsgeld nicht über das Gesetz geregelt sind, sondern ausschließlich von starken Gewerkschaften erreicht werden. Damit das gut gelingt, muss auch öffentlich auf nachhaltige und solidarische Lohn- und Gehaltspolitik gepocht werden.

unter http://www.arbeiterkammer.com/artikeldienst/fotos.htm befindet sich die Grafik zum Download bereitgestellt.

Grafik: Schere zwischen Produktivität und Löhnen
Q: WIFO-Datenbank (Stand: März 2009), AK OÖ-Berechnungen; *Preisbereinigter Brutto- und Nettolohn je Beschäftigungsverhältnis

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