Lohn-Demo:Gewerkschaften fordern faire Löhne statt Almosen

"Lassen nicht zu, dass Wirtschaft gesamte Last auf die Beschäftigten abwälzt"

Wien (GMTN/vida/GPA-djp/GBH/GdC/ÖGB) - Die Kollektivvertragsverhandlungen für knapp 400.000 Beschäftigte führten aufgrund der inakzeptablen Angebote der ArbeitgeberInnen bisher zu keinen Ergebnissen. Unter dem Motto "Wir verzichten nicht" haben die fünf Gewerkschaften GPA-djp, GMTN, Chemie, GBH und vida deshalb für heute Nachmittag zu einer Demonstration in Wien aufgerufen. Einhellige Aussage der fünf Gewerkschaftsvorsitzenden bei der Abschlusskundgebung vor der Wirtschaftskammer Österreich: "Wir lassen nicht zu, dass die Arbeitgeber die gesamte Last der Krise auf die Beschäftigten abwälzen. Wir kämpfen für faire Löhne und unsere Kollektivverträge."++++

Die Probleme durch die Wirtschaftskrise werden von Managern und Unternehmen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abgeschoben. Die Angebote bei den KV-Verhandlungen sind völlig unannehmbar. Eine gute Sozialpartnerschaft schaut anders aus. "Wir fordern Lohnverhandlungen, die den Namen auch verdienen. Dazu gehören faire Lohn- und Gehaltserhöhungen und dass die Unternehmen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen", stellt Rainer Wimmer, geschäftsführender GMTN-Vorsitzender, klar.

"Die österreichischen ArbeitnehmerInnen haben mit ihrer Arbeitsleistung die Rekordgewinne der vergangenen Jahre erst möglich gemacht. Und sie haben ihren Beitrag aber auch in der Krise schon geleistet, indem sie kurzarbeiten, mit ihren Steuern und Abgaben für die staatlichen Haftungen gerade stehen oder gar um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen", sagt der Vorsitzende der GPA-djp, Wolfgang Katzian. Die Beschäftigten könnten nun nicht noch einmal, in Form von Lohnverzicht, zur Kasse gebeten werden. "Einmal muss Schluss sein. Wenn die Menschen Geld ausgeben sollen, müssen sie wieder Vertrauen in die Wirtschaft gewinnen. Dann müssen sie sich darauf verlassen können, dass sie ihren gerechten Anteil bekommen. Und dafür brauchen wir angemessene Reallohnerhöhungen."

"Gehaltsdumping oder Lohn- und Gehaltskürzungen ist nicht der Weg aus der Krise. Zur Kaufkraftstärkung und Wirtschaftsbelebung brauchen die Beschäftigten sichere Einkommen und Arbeitsplätze", so Alfred Artmäuer, geschäftsführender Vorsitzender der Gewerkschaft der Chemiearbeiter (GdC). "Die ArbeitnehmerInnen können sich nicht aussuchen, ob sie gestiegene Abgabenlasten und Teuerungen bezahlen wollen oder nicht."

Johann Holper, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), bekräftigt: "Wir GewerkschafterInnen schauen nicht länger zu, wie Unternehmer versuchen, die Krise auf den Rücken der ArbeitnehmerInnen auszutragen! Wo ist denn die Krise bemerkbar, wenn es um Dividenden und Gewinnausschüttungen geht? Dafür ist Geld vorhanden, und für die Beschäftigten nicht? Das können, wollen und werden wir nicht akzeptieren! Lohn- und Sozialdumping können nicht die Antwort auf die Krise sein!"

vida-Vorsitzender Rudolf Kaske fügt hinzu: "Sozialpartnerschaft ist keine Einbahnstraße, wo der eine profitiert und kassiert und der andere verliert. Betrachtet man die saftigen Ergebnisse der Seilbahner und der Tourismusbranche in der abgelaufenen Saison und stellt sie den unzureichenden Angeboten gegenüber, die die Wirtschaft bei den Lohnverhandlungen anbietet, bekommt man diesen Eindruck." Eine Absage erteilte Kaske auch der Vorgangsweise der Spediteure bei den aktuellen KV-Verhandlungen. "Sie setzen die Leute reihenweise auf die Straße, statt die Kurzarbeit zu nützen und wollen dann auch noch bei den KV-Verhandlungen Lohndumping betreiben. Wir erwarten faire Angebote statt Provokationen."

ÖGB, 13. Mai 2009 Nr. 289

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