Johannes Hahn: Optionen für österreichische Wissenschaft und Forschung haben sich vervielfacht

Wissenschaftsminister bei feierlicher Sitzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - ÖAW werde und müsse am Reformprozess festhalten

Wien (OTS) - "Die Politik hat ihr Wort gegenüber der Forschungscommunity gehalten: Wissenschaft und Forschung sind Schwerpunkte der Regierungsarbeit", betonte Wissenschaftsminister Johannes Hahn bei der feierlichen Sitzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). "Auch wenn wir die Ausgaben für Wissenschaft und Forschung nicht im gewünschten Ausmaß erhöhen konnten: Wir können den Wachstumspfad in Österreich fortsetzen", bekräftigte Hahn. "Im Rahmen der Möglichkeiten können wir gerade auch im internationalen Vergleich zufrieden sein. Der Sockel ist vielleicht nicht so hoch wie erwartet und gewünscht. Aber er ist belastbar genug, um die Krise zu meistern, den kommenden Aufschwung zu nutzen und das Budget bringt Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und Planbarkeit", ist der Wissenschaftsminister überzeugt.

"Wir müssen die Krise auch als Chance begreifen", appellierte Hahn. Es gelte, einst getätigte Entscheidungen zu hinterfragen und finanzielle Verpflichtungen regelmäßig zu überprüfen. Denn: Die Optionen für die österreichische Wissenschaft und Forschung haben sich vervielfacht, verwies der Minister auf die Europäische Roadmap für die Forschungsinfrastruktur mit mehr als 40 spannenden Projekten. "Wir haben unser Portfolio an Mitgliedschaften überdacht und analysiert: Schweren Herzens haben wir uns entschlossen, die CERN-Mitgliedschaft mit Ende 2010 zu beenden. Das war keine leichte Entscheidung. Denn als Forschungsminister wäre ich gerne in allen Forschungseinrichtungen Mitglied."

Es habe in den vergangenen Tagen bzgl. CERN neben Kritik auch viel Verständnis für diese Entscheidung gegeben, so der Minister. "Ich brauche diese Solidarität, denn es geht um den gesamten Forschungsstandort Österreich." Der Minister bekräftigte, weiterhin Mittel für Dissertantenprogramme am CERN zur Verfügung stellen zu wollen und die Chancen für Nachwuchswissenschafterinnen und -wissenschafter auf andere europäische Einrichtungen auszuweiten. "Damit sichern wir, dass der heimische Forschungsnachwuchs auch künftig auf höchstem Niveau Erfahrungen sammeln kann."

"Nichts ist für die Ewigkeit, und erst recht nichts im sich ständig entwickelnden Bereich der Forschung", ging der Minister auf künftige Herausforderungen bei der ÖAW ein. Die ÖAW werde und müsse am Reformprozess festhalten, so der Wissenschaftsminister. Es gelte den Exzellenz-Gedanken in den Vordergrund zu stellen, sagte Hahn. Die ÖAW brauche tatsächlich keine Unternehmensberater von außen, ging der Minister auf eine Wortmeldung seitens der ÖAW-Führung ein. Die ÖAW habe in ihren Kreisen exzellente Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die an den Universitäten einschlägig in Lehre und Forschung tätig sind und das notwendige Know-how mitbringen. Die Ressourcen seien vorhanden, es gelte sie zu nutzen. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) werde im Herbst Gespräche mit der ÖAW starten, die in einer Leistungsvereinbarung und einem langfristigen und nachhaltigen Globalbudget für 2011 bis 2013 münden werden.

Abschließend sprach der Minister dem ÖAW-Präsidium seinen Dank aus und brachte seine Freude auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen ÖAW-Präsidium zum Ausdruck.

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