Grüne Wien decken unzulängliche medizinische Versorgung an den Wiener Schulen auf

Pilz: Abgelaufene und für Kinder nicht zugelassene Medikamente

Wien (OTS) - Nach dem Skandal um die Verletzung des Datenschutzes und der Aufforderung der MA 15, die ärztliche Schweigepflicht zu brechen, decken die Grünen Wien nun einen weiteren medizinischen Missstand auf: "Die Notfallboxen für lebensrettende Maßnahmen des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien befinden sich in desolatem Zustand - die Wiener SchulärztInnen müssen hochriskant arbeiten", warnt die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz. Die so genannten Notfallboxen sollen lebensrettende Medikamente für Zwischenfälle nach Impfungen enthalten. Allergische Schockreaktionen von Atemnot bis Kreislaufstillstand sind nach Impfungen von Kindern in der Schule möglich, dafür müssen die SchulärztInnen gerüstet sein.

Den Grünen Wien wurde die Beschwerde eines Schularztes zugespielt, der sich vergeblich mit schwerwiegender fachlicher Kritik an die MA 15 gewandt hat. Darin teilt der Arzt der MA 15 mit, dass die ihm ausgehändigte Notfallbox weder vom Inhalt noch von der Ausführung her, eine state-of-the-art Versorgung bei einem Impfzwischenfall ermöglicht. In der Notfallbox befanden sich abgelaufene und aufgebrochene Ampullen, leere Flaschen mit Desinfektionsmittel und Medikamente, die für Kinder nicht zugelassen sind. Auch die ergänzenden Medikamente, die er darauf hin erhalten hat, reichen für gefährliche Zwischenfälle keineswegs aus. "Die unzulänglichen Notfallboxen, die seitens der MA 15 für die SchulärztInnen bereitgestellt werden, sind Beweis für den fahrlässigen und verantwortungslosen Umgang mit dem Leben der SchülerInnen und die schlechten Arbeitsbedingungen der MedizinerInnen", so Pilz. "Vor allem fehlt weiterhin dasjenige Medikament, mit dem man innerhalb weniger Sekunden einen lebensbedrohlichen Schockzustand wirksam bekämpfen kann."

Die Grünen Wien fordern, dass die MA 15 ihre Verantwortung bezüglich der medizinischen und infrastrukturellen Ausstattung in Zusammenwirken mit dem Wiener Stadtschulrat wahrnimmt, dass die medizinische Notfallausstattung der SchulärztInnen internationalen Leitlinien entspricht und dass die SchulärztInnen regelmäßig in der Bewältigung von medizinischen Notfällen trainiert werden.

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