Jahrespressekonferenz: DIE VOLKSBANKEN 2008

Partnerschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit - das Geschäftsmodell der regionalen Volksbanken bewährt sich in der Finanzkrise

Wien (OTS) - "Wenn es stürmt, sind regionale Volksbanken ein sicherer Hafen. Anders gesagt: Volksbanken haben ein nachhaltiges, über Generationen erprobtes Geschäftsmodell", stellte DDr. Hans Hofinger, Chef des Volksbanken-Verbandes ÖGV anlässlich der Jahrespressekonferenz fest. Hofinger weiter: " Dieses Geschäftsmodell erklärt das gute operative Geschäft mit zweistelligen Zuwachsraten bei Einlagen und Krediten in einem schwierigen Jahr".

Die 63 rechtlich selbstständigen Volksbanken stehen im Eigentum von mehr als einer halben Million Österreicherinnen und Österreicher. Gemeinsam mit der Bausparkasse ABV weist die Gruppe 670.000 Mitglieder auf. Jede einzelne Volksbank ist eine Regionalbank mit starker lokaler Verankerung und betreut vor Ort als Universalbank ihre Kernzielgruppen Klein- und Mittelbetriebe und Privatkunden.

Volksbanken stehen zu ihrer regionalen Verantwortung

Das Geschäftsmodell der Volksbanken, Kunden partnerschaftlich in ihrem lokalen Umfeld mit den traditionellen Bankprodukten wie Einlagen und Krediten zu versorgen, fördert auch den sozialen Zusammenhalt vor Ort. Kunden und Miteigentümer schätzen es, dass ihre Mittel im Wesentlichen vor Ort im unmittelbaren Kundengeschäft verwendet und nicht in riskante Kreditersatzgeschäfte geleitet werden. Mit dieser bewährten Geschäftspolitik sichern Volksbanken in der Region Arbeitsplätze, Wachstum und Steueraufkommen und stehen damit sichtbar zu ihrer regionalen Verantwortung.

Volksbanken setzen auf organisches Wachstum in ihrer Region. Sie wissen aus Erfahrung, dass es der Bank gut geht, wenn es auch den Menschen vor Ort gut geht. Daher gehört die Förderung funktionierender regionaler Wirtschaftskreisläufe zur Strategie jeder Volksbank.

Mit dem genossenschaftlichen Förderauftrag - der Förderung des Erwerbes und der Wirtschaft der Mitglieder - ist untrennbar das Identitätsprinzip verbunden, d.h. jedes Mitglied ist gleichzeitig Investor (Genossenschafter) und Kunde. Da bei Genossenschaftsbanken im Wesentlichen eine Identität zwischen Mitglieder und Kunden besteht, vereinen sich Interessen von Investoren und Kunden in einer Person: der Dividendenanspruch auf das von den Genossenschaftern eingesetzte Kapital und die Versorgung mit Bankdienstleistungen.

Genossenschaften bieten aus dieser Symbiose ein gesellschafts- und wirtschaftspolitisches Konzept, das nachhaltiges Wirtschaften gewährleistet. Mit unseren Prinzipien grenzen wir uns von der reinen Shareholder-Value-Strategie deutlich ab, die sich primär auf eine Anspruchsgruppe, nämlich die Shareholder bzw. Investoren richtet. Es geht Genossenschaften nicht um das kurzfristige Ziel der Vermehrung des Aktionärsvermögens von einem Bilanzstichtag zum nächsten, sondern vielmehr um die nachhaltige Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen.

Volksbanken tragen zur Stabilisierung des Finanzsystems bei

Das Volksbank-Modell der regionalen Genossenschaftsbank hat über Generationen den "Stress-Test" wirtschaftlicher und politischer Krisen bestanden und bietet daher gerade in turbulenten Zeiten einen sicheren Hafen für den Mittelstand. Wir waren in den letzten Jahren von verschiedenen Seiten Angriffen oder besser noch, kritischen Fragestellungen ausgesetzt. So gelangte die britische PA Consulting Group 2003 zur Meinung, dass die Profitabilität des Bankensektors umgekehrt proportional zu den Marktanteilen von "mutual banks" (="Nicht-Kommerzbanken", also Banken, die nicht den Shareholder-Value-Ansatz verfolgen) sei. In diesem Zusammenhang zu erwähnen sind auch die Sektoruntersuchung zum Retail-Bankgeschäft in Europa der EU-Kommission und das IMF-Papier " Genossenschaftsbanken und Finanzstabilität". Grundaussage der IMF: Genossenschaftsbanken weisen eine größere Stabilität auf, da die Volatilität ihrer Renditen deutlich geringer ist als bei Geschäftsbanken. Grund hierfür sei, dass sie in schlechten Geschäftsjahren nicht wie eine Geschäftsbank ihren Gewinnausweis verringern müssen, sondern die Förderleistungen gegenüber ihren Mitgliedern als Puffer verwenden können. Darüber hinaus sorge das Sicherungssystem innerhalb des genossenschaftlichen Bankenverbunds für einen zusätzlichen Stabilitätsfaktor.

Das EU-Parlament hat im Juni 2008 die Bedeutung der Genossenschaftsbanken für die Finanzmarkt-Stabilität hervorgehoben:
Einerseits im Karas-Bericht, der in der EU die Koexistenz verschiedener Geschäftsmodelle sowie deren Beitrag zur Stabilität des Finanzsystems würdigt; andererseits im Pittella-Bericht, der die Vorteile der Zusammenarbeit von Kreditinstituten in dezentralen Netzwerken für Wirtschaft und Verbraucher in den Regionen unterstreicht.

Nummer 1 bei der Kundenzufriedenheit und bei der Weiterempfehlung

"Die Genossenschaftsbanken zeichnen sich durch besondere Nähe zum Kunden aus", so die EACB-Studie von Oliver Wyman Consulting. "Sie sind leichter zugänglich und können mehr Zeit für den einzelnen Kunden aufwenden. Genossenschaftsbanken sind der ,Kunden-Champion‘ unter den europäischen Banken." Die österreichischen Volksbanken sind dafür geradezu ein Musterbeispiel:

Seit Jahren sind laut GfK Austria-Umfrage bei 20.000 ÖsterreicherInnen die Volksbanken Nummer 1 in der Kundenzufriedenheit. Auch im schwierigen Jahr 2008 konnte dieser Spitzenplatz erreicht werden. Der Platz am obersten Stockerl kommt nicht von ungefähr: Mehr als eine halbe Million Mitglieder und über 800.000 Kunden erfahren tagtäglich die Vorteile einer Partnerschaft mit einer Volksbank. Volksbanken haben aufgrund ihrer Mitglieder einen breit gestreuten Anteilsbesitz. Mitglieder sind nicht nur Kunden, sondern Mitbesitzer ihrer Bank und profitieren - z.B. durch Dividenden - direkt am Erfolg. Die jüngsten Turbulenzen in der Finanzwelt haben gezeigt, was passieren kann, wenn Banken sich auf schwer überschaubare und hoch spekulative Geschäfte einlassen. Die regionalen Volksbanken gehen verantwortungsbewusst mit dem Geld ihrer Kunden um und sind deshalb eine echte Alternative in Zeiten globaler Märkte und globaler Krisen. Unsere Kunden und Mitglieder vertrauen in einem hohen Maße auf unser Modell der Partnerschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit. Volksbanken haben die zufriedensten Kunden.

Zufriedene Kunden empfehlen die Volksbank gerne weiter: "Der Finanzmarketing Verband Österreich hat die Volksbank im Privatkundenbereich mit dem "Recommender-Award 2008" ausgezeichnet", sagt Hofinger: "Wir sind wieder zur Bank mit der höchsten Weiterempfehlungs-Quote geworden".

Volksbanken als bedeutender finanzieller Nahversorger

Die 63 Volksbanken sorgen mit ihren 545 dicht über Österreich verteilten Geschäftsstellen für die finanzielle Nahversorgung - und in Phasen angespannter Liquidität für die entsprechende Liquiditätsversorgung. Volksbanken sind ein bedeutender regionaler Arbeitgeber. Die Primärstufe hat 2008 insgesamt 108 neue Arbeitsplätze geschaffen - und beschäftigt knapp über 5.000 Personen.

Zeitunabhängige Nähe zu den Bankdienstleistungen wird über die "Volksbank-Filiale im Internet" - das Internet-Banking - erzielt, das rund um die Uhr Transaktions-Bankdienstleistungen ermöglicht. Produktinnovationen sind das Wertkartenaufladen, das Abschließen eines Bausparvertrages und das Volksbank Online Sparen.

Die Zahl der Electronic-Banking-Konten ist von 319.000 auf 388.000 gestiegen. 2008 wurden außerdem über 5 Millionen Aufträge im Electronic Banking durchgeführt. Die Volksbanken sind mit knapp über 800 Geldausgabeautomaten einer der wesentlichsten österreichischen Bargeldversorger. 895.000 Volksbank Karten sind in den Händen unserer Kunden - davon 587.000 Maestro-Bankomatkarten und 127.000 Kreditkarten.

Kennziffern der Primärstufe

Im Herbst 2008 hat die aus den USA kommende schwere Immobilien-und Finanzkrise auch Österreich erreicht. Finanz- und Kapitalmärkte spielten "verrückt". In diesem Umfeld hat das bewährte Geschäftsmodell der regionalen Volksbanken beträchtliche Stärke bewiesen.

Zweistelliges Bilanzsummenwachstum trotz Wirtschaftskrise

Die (durchschnittliche) Bilanzsumme ist im Krisenjahr 2008 zweistellig um 12,5% gewachsen. Die (durchschnittliche) Bilanzsumme der Volksbank-Primärstufe betrug Euro 26,8 Mrd., nach Euro 23,8 Mrd. im Jahr 2007.

Zweistelliges Kreditwachstum statt Kreditklemme

Die Direktkredite konnten um Euro 1,6 Mrd. von Euro 15,1 Mrd. auf Euro 16,7 Mrd. oder um 11,0% gesteigert werden. Die im Spätherbst von einigen Stellen beschworene Kreditklemme hat es in der Primärstufe nicht gegeben, wie diese Wachstumszahlen belegen. Die Unternehmenskredite sind sogar um 12,2% gewachsen. Damit lag die Primärstufe über dem Unternehmenskredit-Wachstum des Marktes, das 9,5% betrug.

Zweistelliges Einlagenwachstum zeigt Vertrauen in Volksbanken

Die Primäreinlagen nahmen um Euro 2,2 Mrd. oder 11,2% von Euro 19,1 Mrd. (2007) auf Euro 21,3 Mrd. zu. Die Branche hatte laut OeNB bei den Spareinlagen ein Wachstum von 6,4%. Die Volksbank-Primärstufe legte um 9,2% zu und steigerte die Spareinlagen von Euro 11,6 Mrd. auf Euro 12,7 Mrd.

Betriebsergebnis weiterhin über Branchenschnitt

Die Volksbanken streben nachhaltig ein Betriebsergebnis von einem Prozent der (durchschnittlichen) Bilanzsumme an. In der Volksbank-Primärstufe betrug der Anteil des Betriebsergebnisses (bezogen auf die durchschnittliche Bilanzsumme) 1,02% (2007: 1,14%) und lag damit auch im Krisenjahr 2008 im langjährigen Zielkorridor und über dem Schnitt der Branche. Der Durchschnitt der österreichischen Banken betrug 0,89% (2007: 0,79%) - laut Angaben der OeNB zum Jahr 2008. In absoluten Zahlen weist die Primärstufe ein vorläufiges Betriebsergebnis von Euro 274,1 Mio. (2007: Euro 271,6 Mio.) aus.

Dies ist ein Zuwachs von 0,9%. Der Nettozinsertrag konnte um 13,6% von Euro 464,8 Mio. (2007) auf Euro 527,9 Mio. gesteigert werden. Der relative Anteil des Nettozinsertrages an der (durchschnittlichen) Bilanzsumme ist mit 1,97% gegenüber dem Vorjahr (2007: 1,96%) geringfügig angestiegen.

Mit einem relativen Anteil des Provisionssaldos von 0,71% (2007:
0,82%) der (durchschnittlichen) Bilanzsumme liegen die Volksbanken ebenfalls weiterhin über dem Bankenschnitt. In absoluten Zahlen beträgt der Provisionssaldo Euro 189,7 Mio. (2007: Euro 194,5 Mio.). Dies entspricht einer Reduktion von 2,5%, die auf das abgeschwächte Wertpapierumfeld zurückzuführen ist.

Der relative Anteil der Aufwendungen an der durchschnittlichen Bilanzsumme konnte auf 1,96% gesenkt werden (2007: 2,06%). Nominell sind die Aufwendungen der Primärstufe um 7% von Euro 489,7 Mio. auf Euro 523,1 Mio. gestiegen.

Zu bedenken sind folgende Sonderfaktoren bei den Volksbanken:

  • sie agieren als finanzielle Nahversorger
  • sie schaffen neue Arbeitsplätze
  • sie haben als Nahversorger pro Einzelgeschäft ein geringeres Volumen
  • sie leben erfolgreich Kundenpartnerschaft, die sich durch persönliche Betreuung auszeichnet

Der relative Anteil des Personalaufwands konnte von 1,23% (2007) auf 1,16% gesenkt werden. Nominell hat der Personalaufwand von Euro 291,5 Mio. (2007) auf Euro 309,6 Mio. zugenommen.

Der relative Anteil des Sachaufwandes erfuhr ebenfalls einen Rückgang von 0,62% (2007) auf 0,59%. Der Sachaufwand erhöhte sich nominell - insbesondere durch steigende IT-Ausgaben und Miet- und Leasingaufwendungen - um 8% auf Euro 159,0 Mio.

Die Entwicklung des EGT zeigte nach jahrelanger Aufwärtsbewegung erstmals einen Rückgang: Es verminderte sich von Euro 155,6 Mio. (2007) auf Euro 93,5 Mio., das entspricht einer Abnahme von 40,0%. Der Durchschnitt der österreichischen Banken verdiente (konsolidiert) allerdings aufgrund der Finanzkrise um 75 Prozent weniger - teilte die OeNB mit. Der Rückgang des EGT ist im wesentlichen auf Wertberichtigungen bei Wertpapieren zurückzuführen.

Der relative Anteil des EGT an der (durchschnittlichen) Bilanzsumme betrug 0,35%, nach 0,65% im Jahr 2007.

Eine wichtige Kennziffer des Bankgeschäftes ist der Kosten-Ertrags-Koeffizient. Diese Kennzahl zeigt, mit welchem Aufwand Ertrag erzielt wird. 2008 wurden 65,6 Cent eingesetzt, um einen Euro Ertrag zu erzielen. 2007 waren es noch 64,3 Cent.

Eigenmittelquote von 14,2% schafft Sicherheit

Die Eigenmittelausstattung der Primärstufe hat sich von Euro 2.427 Mio. (2007) auf Euro 2.465 Mio. oder um 1,6% erhöht. Der Wert von Euro 2.465 Mio. entspricht 14,2% (2007: 14,3%), bezogen auf das Gesamtrisiko (inkl. operationellem Risiko).

Die Anforderungen des Bankwesengesetzes, die eine 8%ige Eigenmittelausstattung verlangen, werden damit um über eine Milliarde Euro oder um 78% übertroffen.

Das Kernkapital der Volksbanken-Primärstufe beträgt Euro 1.853 Mio. oder 10,7%, bezogen auf das Gesamtrisiko. Allein mit dem Kernkapital, den hochwertigsten Eigenmitteln, werden also die Anforderungen des Bankwesengesetzes um 34% übererfüllt.

VOLKSBANK GRUPPE

Fitch ratet den Verbund mit "A"

Die Volksbank Gruppe besteht aus der Primärstufe, dem VBAG-Konzern und der Allgemeinen Bausparkasse ABV.

Die Abgabe der Kommunalkredit und diverse Abschreibungen wie die Europolis durch das Spitzeninstitut wirkten sich auf die Ergebnisse der gesamten Gruppe deutlich aus.

2008 betrug die Bilanzsumme der Volksbank Gruppe Euro 71,3 Mrd. Die Abgabe der Kommunalkredit AG durch die Volksbank AG (VBAG) an die Republik Österreich führte zu einer Korrektur der Bilanzsumme. Die Bilanzsumme 2007 - bereinigt um die Kommunalkredit AG - wuchs um 15,5% auf Euro 71,3 Mrd.

Die Volksbank Gruppe hat im Jahr 2008 Euro 47,8 Mrd. (2007: Euro 42,2 Mrd.) an Kundeneinlagen entgegengenommen, hievon Euro 14,6 Mrd. (2007: Euro 13,7 Mrd.) an Spareinlagen.

Finanziert werden Private, klein- und mittelständische Unternehmen und Großunternehmen (Corporates). Das Gesamtvolumen der Finanzierungen betrug Euro 44,0 Mrd. (2007: Euro 38,6 Mrd.).

Die Eigenmittel betragen Euro 5,8 Mrd. (2007: Euro 6,5 Mrd.), das entspricht einer Eigenmittelquote von 11,2% (2007: 11,7%). Das anrechenbare Kernkapital beträgt Euro 4,3 Mrd. (2007: 4,4) oder 8,2 % (2007: 8,0 %) des Gesamtrisikos.

Die Volksbank Gruppe beschäftigte 2008 europaweit 13.982 (2007:
13.301) Mitarbeiter. Im Inland sind 7.049 Mitarbeiter beschäftigt, im Ausland 6.933.

Die Gruppe servicierte ihre Kunden in 1.113 Geschäftsstellen, davon 567 in Österreich.

Vor wenigen Tagen hat Fitch das Rating des Verbundes bekannt gegeben: Die Agentur schätzt den Verbund in seinen langfristigen Aussichten weiterhin mit der ausgezeichneten Note "A" - mit einem stabilen Ausblick - ein.

Der Volksbank-Sektor in einer veränderten Welt

Die Weltwirtschaftskrise verändert das Bankgeschäft und die Realwirtschaft. Wir können nicht so tun, als ob nach Ende der Krise alles wieder so sein wird wie vorher. Die Welt wird anders sein: Die Industrie wird geschwächt, der Dienstleistungssektor gestärkt, Banken werden konservativer sein. Einige Mitbewerber wird es nicht mehr geben. Bei Industrieprodukten werden wir weiterhin deflationäre, im Dienstleistungssektor inflationäre Tendenzen sehen. Wann das Ende der Krise erreicht sein wird, lässt sich derzeit noch nicht absehen, obwohl sich einige Hoffnungsschimmer zeigen. In einer vernetzten Welt kann von unerwarteter Seite ein Problem auftauchen und wellenartig eine Vielzahl von Akteuren erfassen. Wir werden daher noch einige volatile Auf- und Abwärtsbewegungen an den Märkten erleben, es kann noch einige Hochschaubahnfahrten geben, bevor es ruhiger wird. Es kann auch gut sein, dass wir uns an den Märkten auf eine langjährige Seitwärtsbewegung einstellen müssen.

Wir haben uns auf die geänderten Rahmenbedingungen eingestellt und personelle und strategische Konsequenzen gezogen. Wir erwarten geringere, aber nachhaltigere Wachstumsraten, wir erwarten ein maßvolleres Wirtschaften, wir erwarten verstärkte soziale und regionale Verantwortung. Wir gehen davon aus, dass überkommene Werte in der Wirtschaft und in der Gesellschaft wieder Ansehen gewinnen und gelebt werden. Wir gehen davon aus, dass das klassische Bankgeschäft neue Attraktivität gewinnt. Alle diese Veränderungen kommen unserem konservativen, erprobten Geschäftsmodell entgegen. Wir haben uns über mehr als 150 Jahre in schwersten wirtschaftlichen Krisen und in zwei Weltkriegen bewährt. Wir werden GEMEINSAM - Primärbanken und Spitzeninstitut - auch diese Weltwirtschaftskrise meistern. Wir werden selbstbestimmt und selbstorganisiert ein wichtiger Stützpfeiler finanzieller Grundversorgung des österreichischen Mittelstandes bleiben und wir werden auch weiterhin für Wettbewerb sorgen.

Alle Diskussionen, Überlegungen und Maßnahmen der letzten Monate dienten dazu, die Mehrheit der Volksbanken am neu aufgestellten und redimensionierten Spitzeninstitut VBAG sicherzustellen, damit die volle Unterstützung der Volksbanken für eine erfolgreiche Marktarbeit durch die VBAG auf Dauer gesichert ist. Die enge Verbindung von regionalen Volksbanken und ihrem Spitzeninstitut VBAG ist für den Markterfolg entscheidend. Die regionalen Volksbanken sind u.a. im Liquiditäts-management und als Produktlieferant auf die VBAG angewiesen. Daher war es ganz logisch, im Sinne des genossenschaftlichen Prinzips der Selbsthilfe, ein Modell zu entwickeln, das die Eigentümer eng und solidarisch an der Kapitalaufbringung für die VBAG einbindet. Dieses Kombinationspaket aus staatlichem PS-Kapital und Selbsthilfe wurde im Sektor in den letzten Monaten intensiv diskutiert und beraten und wird jetzt mit einer erneuerten Führungsspitze umgesetzt werden.

Die Primärstufe ist krisenresistent aufgestellt, unsere Marke wird als jung und dynamisch empfunden. Was wir noch brauchen: Ein neugeordnetes Spitzeninstitut in einer verträglichen Größe und die ehestmögliche Abschichtung des PS-Kapitals, damit wir unsere Strategie selbstbestimmt verfolgen können. Dann können wir - so wie die von uns gesponsorten Skispringer - zu unerhörten Höhenflügen ansetzen.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=68&dir=200905&e=20090513_v&a=event

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Hermann Fritzl
Tel. 01/313 28-410

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