Vierter Kunststofftag im Zeichen von Breiten-, Spitzen- und Behindertensport

Demonstration der Vielfältigkeit des Werkstoffes unter dem Motto "Sicher, schneller, besser"

Wien (PWK366) - "Die Leistungsgrenzen im modernen Sport erweitern sich in beeindruckender Weise - Kunststoffe sind es, die diese Steigerungen ermöglichen", erklärte der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, Richard Schenz, in seiner Eröffnungsrede zum vierten Österreichischen Kunststofftag am 12. Mai in der WKO in Wien. Mit einem Anteil von knapp 70 Prozent sind Kunststoffe das meist gewählte Material im Sportgerätebau und vom Sportschuh über Fahrräder, Skier, Fußbälle und Rackets bis hin zur Bekleidung in nahezu jedem Element des Sports vertreten. Unter dem Motto "Mensch und Kunststoffe - Kunststoffe und Sport" diskutierten Fachleute aus Sport, Medizin, Handel und Industrie den Beitrag von Kunststoffen im Breiten- und im Spitzensport. Ein eigener Schwerpunkt behandelte Orthopädie und Prothetik - Bereiche, deren Erfolge ohne den Einsatz von Kunststoffen kaum denkbar wären.

Kunststoffe im Sportgerätebau

"Oft ist es die Natur, die die Idee zu einer neuen technischen Revolution im Sportsektor liefert", beschreibt Robert Schamesberger, Inhaber der Polymer Consult Schamesberger, den Weg von Innovationen im Bereich polymerer Oberflächen. "Die Untersuchung der Hautstruktur von Delphinen und Haien brachte Aufschlüsse über die Verringerung von Verwirbelungen bei der Fortbewegung im Wasser. Die Besonderheiten der Haut der Tiere wurden von der Sportindustrie kopiert und durch mikroskopisch kleine Schuppen aus Kunststoff auf Schwimmanzüge aufgebracht. Das Ergebnis waren verbesserte Zeiten im Wettkampf."

Während im Breitensport geringes Gewicht und vor allem kostengünstige Produktion die Hauptargumente für den Einsatz von Kunststoffen sind, machen im Spitzensport Eigenschaften wie Flexibilität bei gleichzeitiger Steifigkeit und die Verbindbarkeit mit anderen Materialien Kunststoffe zu Hightech-Werkstoffen für stets neue Höchstleistungen. Damit einher gehen auch neue Produktionstechniken. "Moderne Skier sind Hightech-Kunststoff-Produkte, die nach dem Sandwichprinzip aufgebaut sind", erklärt Klaus Krenn, Head of Marketing & Sales beim Weltmarktführer für Kunststoff-Verbundmaterialien für die Ski- und Snowboardindustrie Isosport.

Kunstrasen für Chancengleichheit

Dass nicht nur Sportgeräte, sondern ganze Sportflächen aus Kunststoffen bestehen können, präsentierte Michael Haitchi, Product Manager bei der Lenzing Plastics GmbH.: "Kunststoffrasen erfreuen sich immer größerer Akzeptanz. Internationale Hockey-Bewerbe finden ausschließlich auf Kunstrasen statt und die UEFA und FIFA haben sich im Fußball ebenfalls bereits auf einheitliche Standards bei Kunstrasen geeinigt." "Die Erhaltung von Naturrasen ist arbeits- und kostenintensiv", erklärt Haitchi. "Darüber hinaus sind Naturrasen-Felder nur rund 150 Stunden im Jahr bespielbar. Speziell in trockenen Regionen bieten Kunstrasen die einzige finanzierbare Möglichkeit. Die FIFA fördert inzwischen den Bau von Kunstrasenfeldern in Dritte-Welt-Ländern, um faire und gleichwertige Trainingsbedingungen zu schaffen.

Materialien sind ein Teil der Lösung

Wie vielfältig die Produktionsmöglichkeiten von Kunststoffen im Sportbereich sind, zeigt das Traditionsunternehmen Bayer. Der Zweigbereich Bayer MaterialScience investiert jährlich 340 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung und setzt bei der Untersuchung neuer Produktionswege für Kunststoffe auf nachwachsende Rohstoffe. "Globale Megatrends, wie der Klimawandel, haben große Auswirkungen auf das Leben der Menschen", erklärt Georg Peterka, Leiter von Bayer MaterialScience Österreich, die Beweggründe für die Schritte zu Nachhaltigkeit. "Durch innovative Materialien lassen sich diese Effekte mildern." Rund 50 verschiedene, nachwachsende Rohstoffe werden derzeit bei Bayer MaterialScience zur Herstellung von Kunststoffen genützt.

Vielfalt der Künstlichkeiten

"Kunststoffe fördern die Vielfalt des Lebens", lautete die Einleitung der Sportdirektorin des Österreichischen Behindertensportverbands, Andrea Scherney. "So wie es eine Vielfalt der Körperlichkeiten und Behinderungen gibt, gibt es inzwischen eine Vielfalt der Künstlichkeiten dazu." Die Palette an orthopädischen Hilfsmitteln in Behindertensport und Rehabilitation ist tatsächlich beeindruckend. Der wesentliche Werkstoff dabei - Kunststoff. Grund dafür ist einmal mehr seine individuelle Gestaltbarkeit und Ausstattbarkeit mit den unterschiedlichsten Eigenschaften. "Kunststoffe fördern die Normalität des Andersseins.
Ihr Einsatz beginnt bei recht einfachen Mitteln bei der Frühförderung und Bewegungstherapie und reicht bis zum Behindertensport, wo sich orthopädische Hilfsmittel zu leistungssteigernden und hochtechnischen Sportgeräten wandeln, die nahezu mit dem eigenen Körper verschmelzen", berichtete die mehrfache österreichische Behindertensportlerin des Jahres. "Sport-Rollstühle, Spezial-Skier oder Prothesen sind heutzutage Hightech-Geräte, die individuell entwickelt und an den Sportler angepasst werden", gab Scherney, die selbst vielfache Medaillengewinnerin bei Paralympics war, Einblick in die Welt des Behindertensports.

Orthopädie

"Der große Fortschritt in der Medizin kommt nicht von den Ärzten, sondern der Industrie - allen voran der Kunststoff-Industrie", stellte der ehemalige ärztliche Leiter des Rehabilitationszentrums Weißer Hof, Karl Schrei, seine Meinung dar. "Kunststoffe ermöglichen in der Prothetik wesentliche Aspekte wie Hygiene, kostengünstige Herstellung, Leichtbau und Ästhetik." Der wichtigste Teil an Prothesen ist dabei die Stumpfbettung. Am Übergang zwischen Körper und Prothese erfolgt die gesamte Last- und Kraftübertragung. Eine sichere Führung der Prothese ist daher notwendig. "Kunststoffe sind hier traditionellen Werkstoffen quantensprungartig überlegen", erklärt Schrei.

Image und Sport

Eine etwas andere Art, wie Kunststoffe Spitzenleistungen im Sport ermöglichen, präsentierte Kurt Stepping vom paneuropäischen Kunststoffhersteller-Verband PlasticsEurope. Seit 1996 sponsert die deutsche "Zweigstelle" des Verbandes unter dem Namen "TEAM KUNSTSTOFF" Sportler aus den Bereichen Rudern, Segeln und Kanu. "Als fixer Bestandteil der Gesellschaft war es für die Kunststoffbranche an der Zeit, Engagement zu beweisen und Verantwortung zu übernehmen", begründet Stepping die Schritte zum Sponsoring. "Die langfristig angelegte Unterstützung hilft mit, den geförderten Sportlern im internationalen Wettbewerb eine faire Chance zu geben." Das Ergebnis kann sich sehen lassen - insgesamt 34 Medaillen bei den vergangenen drei Olympischen Spielen gehen auf das Konto des TEAM KUNSTSTOFF. (us)

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