Ärzte zu Spitalskosten: Strukturelles Versorgungsdefizit anpacken

ÖÄK-Vize Mayer: Neben Kosten sind auch die Leistungen in den Spitälern explodiert; 16 Millionen Ambulanzbesuche jährlich; Forderung nach neuen ärztlichen Kooperationsformen

Wien (OTS) - Angesichts der aktuellen Forderung eines Einstiegs
der Länder in die Verhandlungen über eine Gesundheitsreform mahnt die Bundeskurie Angestellte Ärzte, nicht nur die blanken Zahlen der Spitalskosten zu sehen, sondern auch die Versorgungsaufgabe, welche die Spitäler in Österreich zu erfüllen haben.

"Dass die Ausgaben in den letzten zehn Jahren stark gewachsen sind, ist ein Faktum. Genauso sind aber auch die Leistungen in den Spitälern gestiegen", stellte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, Mittwoch in einer Aussendung fest. Er verwies in diesem Zusammenhang zum Beispiel auf die "eklatant hohe Frequenz in den Spitalsambulanzen". Im letzten Jahr seien österreichweit 16 Millionen Ambulanzbesuche registriert worden. Und das bei einer Gesamtbevölkerung von rund 8,5 Millionen.

Hinzu komme, dass die Spitäler oftmals strukturelle Versorgungsdefizite im ambulanten Bereich ausgleichen müssten. Die ÖÄK fordere daher seit längerem, Spitäler und Ordinationen besser zu vernetzen, so Mayer. Er unterstrich die Notwendigkeit neuer Ärzte-spezifischer Kooperationsformen. Damit solle eine medizinische Versorgung mit einem qualitativ breiten und zeitlich stark erweiterten Versorgungsangebot auch außerhalb der Spitäler sichergestellt werden.

"Wir wünschen uns moderne Gruppenpraxen, welche die Spitalsambulanzen entlasten. Erweiterte Öffnungszeiten sichern die Notfallversorgung in Wohnortnähe und garantieren eine Kontinuität der Behandlung", sagte Mayer weiter.

Die Bundeskurie Angestellte Ärzte warnt, in den Spitälern unreflektiert einzusparen und die Patienten damit in ein Niemandsland abzuschieben. "Jeder Mensch hat ein Recht auf adäquate medizinische Versorgung. Ein Krank-Sparen widerspricht dem Ethos der Ärztinnen und Ärzte und dem sozialen Auftrag der Gesundheitspolitik", so Mayer abschließend. (JG)

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