"Verhandelt wird nicht" - Immer mehr Betriebsräte unter Druck

Wien (AKNÖ) - "Es hat den Anschein, dass die ArbeitnehmerInnen die Krisensuppe doch allein auslöffeln müssen", zeigt sich AKNÖ-Präsident Josef Staudinger entsetzt, wie derzeit viele Betriebsräte unter Druck gesetzt werden, damit sie einem Lohnverzicht zustimmen.

In einer niederösterreichischen Großdruckerei haben sich die Umgangsformen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat so verschlechtert, dass von einem "Kasernenhofton" die Rede ist. Die Mitarbeiter sollten auf Zulagen und Überzahlungen von heute auf morgen verzichten. Dem Betriebsrat wurde eine ausformulierte Betriebsvereinbarung vorgelegt, die dieser noch am selben Tag zu unterschreiben hätte. Mit der Betriebsvereinbarung wären wesentliche Lohnkürzungen verbunden gewesen. AKNÖ-Präsident Staudinger: "Es ist ein Lohnsenkungs-Tsunami im Anrollen und dagegen müssen sich die ArbeitnehmerInnen in Niederösterreich auch durch die Teilnahme an der ÖGB-Demonstration am Mittwoch in Wien wehren."

Zeitarbeiter als Lohndrücker eingesetzt

Erst unlängst hatte die Niederösterreichische Arbeiterkammer vor dem Oberlandesgericht Wien ein richtungsweisendes Urteil in einem Lohndumpingfall erwirkt. Eine große Leiharbeitsfirma aus Wien hatte eine Industriearbeiterin falsch als Gebäudereinigerin angemeldet und dementsprechend niedriger entlohnt. Präsident Staudinger: "Es genügt schon eine falsche Einstufung und die betroffenen ArbeitnehmerInnen verlieren tausende Euro und zahlen ihr Leben lang drauf, weil auch die Pension geringer ausfällt."

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