Katholische Kindergärten in Wien werden beitragsfrei

Mit 1. September 2009 fällt Betreuungsbeitrag auch für kirchlich getragene Einrichtungen - Kostenübernahme durch Stadt und Bund

Wien, 12.05.2009 (KAP) Mit 1. September 2009 werden alle katholischen Kindergärten in Wien ohne Betreuungsbeitrag geführt, die Kosten übernehmen Stadt und Bund. Durch diesen Schritt werden die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten enorm entlastet, zeigte sich Elmar Walter, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Erhalter der katholischen Kindergärten und Horte, in einer Aussendung am Dienstag erfreut. Im Vordergrund stehe die finanzielle Entlastung der Eltern. Es ergeben sich aber noch "weitere Vorteile für die Familien wie die durchgehende professionelle Betreuung der Kinder in der Bildungseinrichtung Kindergarten und die leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so Walter.

Das österreichweit beitragsfreie Kindergartenjahr im Ausmaß von 20 Wochenstunden wurde am Dienstag im Ministerrat beschlossen. Ab September gilt dies für alle Fünfjährigen in ganz Österreich und sowohl für öffentliche als auch für private Kindergärten. Ab September 2010 müssen die Kinder zumindest an vier Tagen insgesamt 16 Stunden in der Betreuungseinrichtung anwesend sein. Da Kindergärten in Österreich Ländersache sind, sind die Regelungen in den einzelnen Ländern allerdings sehr unterschiedlich. In Wien ist der Kindergartenbesuch ab Herbst ganztags gratis. Durch den Regierungsbeschluss kann die Stadtverwaltung jedoch mit einem kräftigen Bundeszuschuss rechnen.

Die Wiener Eltern bzw. Erziehungsberechtigten müssen ab 1. September 2009 somit für die ganztägige Betreuung keinen Betreuungsbeitrag mehr bezahlen - auch in kirchlich getragenen Kindergärten. Die Beträge für angebotene Sonderleistungen und das Essensgeld werden wie bei den Kindergärten der Stadt Wien vom jeweiligen Kindergarten eingehoben.

Die Interessengemeinschaft bezeichnete es als "großes Anliegen", das bisherige Niveau der katholischen Kindergärten zu halten. "Die Wertevermittlung und die Unterstützung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten bei der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung ihrer Kinder steht bei uns im Vordergrund", heißt es in der Aussendung. Den Kindern sollen Freude an der Schöpfung, Achtung vor dem Leben und ein Miteinander in Friede und Gerechtigkeit nahegebracht werden, sagte Walter. Grundlegend seien die umfassende Wertschätzung jedes Menschen in seiner Einzigartigkeit vor dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes sowie das Bemühen um grundlegende Offenheit und Akzeptanz anderer.

Die 134 in Wien angesiedelten kirchlichen Kinderbetreuungseinrichtungen werden von Pfarren, Ordensgemeinschaften, der Schulstiftung der Erzdiözese Wien und katholischen Vereinen geführt.

Für die in Niederösterreich angesiedelten Kindergärten der Erzdiözese Wien wird es nach dem Ministerratsbeschluss vom Dienstag jetzt neue Verhandlungen über die Finanzierung geben müssen, sagte Walter gegenüber "Kathpress". Bisher waren die öffentlichen Kindergärten in Niederösterreich halbtags gratis, für die kirchlich getragenen gab es seitens des Landes keine Zuschüsse. (Informationen: Interessengemeinschaft der Erhalter der katholischen Kindergärten und Horte, Elmar Walter, Tel.: 0664/824.36.77, e-mail:
e.walter@kathkids.at)

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