Know how sozialer Unternehmen zunehmend gefragt

Sozialminister Hundstorfer lädt Bundesdachverband für Soziale Unternehmen (BDV) zur Mitgestaltung aktiver Arbeitsmarktpolitik ein

Wien (OTS) - Beim gestrigen Termin bei Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer konnte der BDV eine Einigung hinsichtlich künftiger Mitgestaltung arbeitsmarktpolitischer Agenden mit Minister Hundstorfer erreichen. Das bedeutet eine weitere Aufwertung des BDV, der seit rund 10 Jahren mit dem AMS einen regelmäßigen strategischen Austausch pflegt. Das Know how und die Expertisen sozialer Unternehmen, die über den BDV bundesweit vernetzt sind, sind zunehmend gefragt - auch im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK). Hundstorfer zeigte sich äußerst gesprächsbereit betreffend der Einbindung des BDV in Fragen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.

"Soziale Unternehmen sind Unternehmen im besten Sinne," mit diesen Worten leitete die Vorsitzende des BDV, Manuela Vollmann, das Gespräch mit dem Minister ein. Die Verantwortlichen Sozialökonomischer Betriebe (SÖB) und Gemeinnütziger Beschäftigungsprojekte (GBP), Betreuungs- und Beratungseinrichtungen und der gemeinnützigen KursträgerInnen seien ExpertInnen im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik und aktive MitgestalterInnen der sozialen Landschaft und der Wirtschaft.

Der BDV thematisierte den verschärften Wettbewerb unter den Einrichtungen, der sich seit Inkrafttreten des Österreichischen Bundesvergabegesetzes 2003 in Richtung Preiswettbewerb entwickelt hat. "Qualitätskriterien müssen wieder verstärkt berücksichtigt werden", forderte Vollmann. Eine weitere Forderung an den Minister war die Gewährleistung der Betriebssicherheit mithilfe längerfristiger Verträge für SÖB, GBP und Beratungseinrichtungen. Grundsätzlich ging es um eine generelle Einbindung des BDV in die Planung aktiver arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen auf Ebene des Verwaltungsrates.

Hundstorfer: Planungssicherheit für soziale Unternehmen und vergaberechtliche Verbesserungen geplant

Der BDV begrüßt Hundstorfers Zugeständnisse im Hinblick auf die Schaffung von Planungssicherheit der SÖB und GBP. Es werde der Versuch unternommen, Dreijahres-Verträge in den Richtlinien zu verankern. Gegen die Oligopolisierung großer Träger sprach sich Hundstorfer explizit aus: "Es ist nicht gewollt, dass sich die Jumbos den Kuchen unter sich aufteilen, daher arbeiten wir derzeit an einer Adaptierung der Vergaberichtlinien", erklärte Hundstorfer. Qualität müsse ein ebenso wichtiges Kriterium wie der Preis sein.

"Allein im Zuge der Umsetzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung kommt auf die SÖB und GBP viel Arbeit zu", meinte der Minister. In Anbetracht dessen sprach Hundstorfer eine Einladung an den BDV zur aktiven Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen aus, die vom BMASK unter dem Namen "Arbeitsmarkt 2020" koordiniert werden.

Positiv bemerkte Manuela Vollmann die Wertschätzung des BDV, schließlich seien Beschäftigung, Wirtschaft und soziale Verantwortung das tägliche Brot der sozialen Unternehmen, die somit über ExpertInnenfunktion sowie hohe Kompetenz im Krisenmanagement verfügten.

"Ich freue mich über die Offenheit und Kooperationsbereitschaft von Minister Hundstorfer - gemeinsam sind wir stärker in der Bewältigung der kommenden Herausforderungen." Am liebsten wäre mir ein Staatssekretariat für Sozialwirtschaft - wie es das in England bereits gibt. Das ist Zukunftsmusik - aber vielleicht lässt sich dies als positive Folge der Krise umsetzen", schließt Vollmann mit einer Vision.

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